Mossul – was kommt auf uns zu?

Ankunft im Norden des Iraks nach der Flucht. Bild: © Welthungerhilfe
Ankunft im Norden des Iraks nach der Flucht. Bild: © Welthungerhilfe

Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, ist seit Juni 2014 vom sogenannten Islamischen Staat (IS) besetzt. Nun soll die Terrororganisation aus der Stadt vertrieben werden. Seit dem 25. Oktober 2016 läuft die militärische Offensive auf Mossul.

Seit Monaten bereiten sich Regierung, UN und Hilfsorganisationen auf die humanitären Konsequenzen dieser Operation vor. So auch die Welthungerhilfe. Wie alle anderen Akteure steht auch die Welthungerhilfe vor einer großen Herausforderung. Wir wissen, dass etwas auf uns zukommt. Was genau es ist, können wir noch nicht sagen. Die „Katastrophe mit Ansage“ ist eine Situation mit vielen Unbekannten. So zum Beispiel: Wie viele Menschen werden aus Mossul fliehen müssen? Wohin werde sie gehen? Wie lange werden sie bleiben? Wie wird es ihnen gehen?

Die Wahl zwischen zwei lebensgefährlichen Optionen

Die ca. 1,5 Millionen Einwohner Mossuls stehen vor einer unglaublichen Entscheidung. Sie haben nur zwei Optionen, über die sie von der Anti-IS Koalition mit Flugblättern informiert werden: bleiben oder gehen. Beide Optionen sind lebensgefährlich. Seit Monaten schon finden Kämpfe in der Region um Mossul statt und tausende Menschen sind in existierende Lager und zu Verwandten in anderen Gegenden des Iraks geflohen. Die letzte Woche der Offensive hat einige hundert Familien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und Schutz in einem der wenigen vorbereiteten neuen Flüchtlingslager zu finden.

Eine Familie der vom IS verfolgten Minderheit der Jesiden hat Unterschlupf in einem Rohbau nur wenige Kilometer von der Front entfernt gefunden. Bild: (c) Lass/Welthungerhilfe

Eine Familie der vom IS verfolgten Minderheit der Jesiden hat Unterschlupf in einem Rohbau nur wenige Kilometer von der Front entfernt gefunden. Bild: © Lass/Welthungerhilfe

Es wird erwartet, dass sich Massen von Menschen auf den Weg machen, sobald die irakische Armee und die Koalitionskräfte die Außengrenze von Mossul erreichen. Die Welthungerhilfe bereitet sich darauf vor, jenen zu helfen, die Zuflucht und Schutz im Norden der Provinz Ninewa suchen – an der Grenze zu den kurdischen Provinzen. Die große Herausforderung dabei sind die nicht ausreichenden finanziellen Mittel, um im schlimmsten Fall bis zu 1,5 Millionen Menschen mit überlebenssichernden Hilfsgütern zu versorgen.

Unsere Hilfe reicht nicht aus

Es ist der Welthungerhilfe gelungen, sogenannte Emergency Shelter und NFI Kits zu finanzieren, mit denen sie sie 1.700 Familien versorgt. Diese Pakete enthalten Gegenstände, mit denen eine Notunterkunft aufgebaut werden kann, die notdürftig vor Nässe und Kälte schützen und mit denen Hygiene und eine Möglichkeit zum Kochen sichergestellt wird.

Diese Pakete werden allerdings bei Weitem nicht ausreichen, um die zu erwartende Zahl an Menschen in Not über eine lange Zeit zu versorgen. Natürlich hoffen alle, dass der Kampf um Mossul nur kurz dauert, Zivilisten geschont werden und Menschen schnell wieder zurückkehren können. Die Erfahrung aus anderen Krisengebieten und die Geschichte des Konflikts im Irak lässt leider auf das Gegenteil schließen.

Spende für Flüchtlinge im Nordirak

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