Pakistan: Mehl, Wasser und Bohnen für dankbare Flutopfer in Nowshera

Liebe Leserinnen und Leser,
Welthungerhilfe und CESVI unterstützen Flutopfer in Newshara, Pakistan mit Nahrung. gerade bin ich nach einem anstrengenden aber auch erfolgreichen Tag ins Büro zurückgekehrt. Am frühen Nachmittag haben wir endlich das „go ahead“ der pakistanischen Sicherheitskräfte erhalten. Endlich konnten wir uns auf den Weg nach Nowshera machen. Dort haben meine Alliance2015-Kollegen von CESVI und ich dringend benötigtes Mehl, Trinkwasser, Bohnen, Linsen, Speiseöl und Salz an Flutopfer verteilt. Die Fahrt über verschlammte Straßen und geflutete Brücken war jedoch abenteuerlich: Erst ist der LKW mit den Hilfsgütern im Schlamm stecken geblieben und wir mussten ihn vollständig entladen. Dann ist bei einem unserer Fahrzeuge auch noch der Kühler übergekocht. Das war ärgerlich, denn wieder mussten wir anhalten und warten, bis der Wagen abgekühlt war. So kamen wir erst viel später an als geplant. Aber abgesehen davon sind wir alle sehr zufrieden mit der Verteilung.

In Nowshera hat sich das Wasser zwar zurückgezogen, aber die Spuren der Flut sieht man noch immer überall ganz deutlich. Die Straßen sind schlammig und die Fußböden in den Häusern sind mit braunem Matsch und Unrat bedeckt. In der Innenstadt hat die Flut einige alte Gebäude einfach weggespült oder stark beschädigt. Auf den Böden der noch stehenden Wohnhäuser türmen sich Hausrat und zerbrochene Möbel. Viele Menschen sind obdachlos und es fehlt ihnen das Nötigste zum Überleben. Obwohl die meisten Stadtbewohner  bei Beginn der Flut genug Zeit hatten sich in Sicherheit zu bringen, sind 78 Menschen ums Leben gekommen. Die Überlebenden müssen nun mit den Folgen der Flut kämpfen, dem Mangel  an Lebensmitteln und vor allem an sauberem Trinkwasser. Das stehende Wasser bedeutet eine große Seuchengefahr für die Bewohner der Stadt, das habe ich heute auch schon dem Tagesspiegel im Interview gesagt.

Häuser sind zerstört, die Böden schlammbedeckt. Überall liegen Hausrat und zerborstene Möbel herum.Die Hilfe von pakistanischen und internationalen Organisationen kommt nur langsam an. Zu viele Zugangsstraßen und Brücken sind zerstört. Überall wo ich hinkomme, spüre ich die Frustration der Bevölkerung. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Menschen in Europa und anderen reichen Ländern spenden, damit die Betroffenen hier in Pakistan nicht das Gefühl haben alleine gelassen zu werden. Das hat sich auch in Nowshera gezeigt: Die Dankbarkeit der Menschen war groß, als unsere 15-köpfige Truppe mit den Hilfsgütern in Nowshera ankam. Die Männer, die die Säcke mit Hilfsgütern entladen haben, lachten und freuten sich, dass endlich Hilfe kommt.  Wir konnten heute immerhin rund 700 Personen mit den nötigsten Nahrungsmitteln versorgen. Die Verteilung wurde von einem pakistanischen Polizisten geschützt. Er hat für Ruhe und Ordnung gesorgt, damit die Hilfe auch wirklich bei den Bedürftigen ankommt. Und so ist tatsächlich alles reibungslos abgelaufen.

Morgen fahre ich mit Giacomo Agosti, dem Nothilfe-Koordinator von Cesvi und zwei pakistanischen Mitarbeitern in den Norden des Landes nach Shangla, um den Hilfsbedarf der Menschen dort besser einschätzen und die nächsten Maßnahmen planen zu können.

Herzliche Grüße
Ihr
Jürgen Mika

P.S.: Bitte unterstützen Sie unsere Nothilfe mit einer Spende, die Betroffen sind auf unsere Hilfe angewiesen.

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