Kenia: 2.000 Rinder, Schafe und Ziegen impfen an einem Tag?

Impfung von Schafen und Rinder in Waldena, Kenia.
Impfung von Schafen und Rinder in Waldena, Kenia.

Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit in Waldena, Kenia – ein Ort mit 500 Einwohnern an einem Impftermin der örtlichen Tierärzte teilzunehmen. 2.000 Tiere impfen an einem Tag – wie geht so was vor?

Frühmorgens ging es gemeinsam mit Tierärzten und Helfen mit einem Jeep zum Trefpunkt der Impfaktion. Bevor es richtig losging, hatte ich noch Zeit mich mit Ibrahim Dodole Hanji, (25, verheiratet, ein Sohn) zu unterhalten. Der aus einer Nomadenfamilie stammende Ibrahim erzählt mir, dass er seine Tiere nicht gern in die Nähe von menschlichen Siedlungen bringe. Denn die Nähe zu Menschen birgt Gefahr – Essensreste, ungewohnte Pflanzen, herumliegender Müll, all das kann bei seinen Tieren Koliken, Darmkrankheiten und sogar Ersticken hervorrufen …. sie sind ja eigentlich eine so strenge und reine Diät von Weidegras gewohnt. Für die Impfung seiner Rinder macht Ibrahim eine Ausnahme – aber er drängelt. Er will so früh wie möglich dran sein, denn seine Familie muss heute noch sieben Kilometer mit den insgesamt 200 Tieren zurücklegen, um seine Weideflächen wieder zu erreichen.

Nun aber geht es los. Unter Aufsicht der beiden Tierärzte Dr. Kamao und Muhammed Ijema aus der Landwirtschaftsbehörde des Destriktes wird mit den Impfungen begonnen. Geimpft werden heute 1.500 bis 2.000 Rinder, Schafe und Ziegen – die Kühe sind zuerst an der Reihe, damit die Nomaden zeitig aufbrechen können. Der Impftermin wurde übrigens schon zwei Wochen im Voraus kommuniziert – bei Distanzen dieser Größenordnung braucht reine Mundpropaganda ihre Zeit.

Geimpft werden die Rinder gegen diverse, oft tödliche Krankheiten wie zum Beispiel Rifttalfieber, das sich sogar auf dem Menschen übertragen kann. Auch wird Lungenentzündungen und Milzbrand durch die Impfstoffe vorgebeugt. Die Schafe und Ziegen werden heute gegen Pest und ansteckende Lungenentzündung geimpft und erhalten Entwurmungsmittel.

Die Welthungerhilfe stellt den Impfstoff, die Kühlbehälter und Spritzen bereit. Und wir verleihen Jeeps, denn bis zu 12 Mitarbeiter der Landwirtschaftsbehörde des Distriktes Tana River werden pro Impfaktionen benötigt. Teilweise fahren die Mitarbeiter für die Impfungen bis zu fünf Stunden – jeden Tag sind sie an einem anderen Einsatzort.

Eine Impfphase dauert zehn Tage, dann werden alle Vieherden im Projektgebiet erreicht. Da staune ich ganz schön, denn das Gebiet ist flächenmäßig fast so groß wie Schleswig-Holstein!

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