Flut in Indien: Eine Familie flieht vor dem Wasser

Fulia Devi vor ihrem zerstörten Haus. Die Überschwemmungen haben ihr gesamtes Hab und Gut zerstört. © GPSVS/Welthungerhilfe
Fulia Devi vor ihrem zerstörten Haus. Die Überschwemmungen haben ihr gesamtes Hab und Gut zerstört. © GPSVS/Welthungerhilfe

„Am 14. August, sank mein Herz, als ich von dem Kamla Balan-Fluss in der Nähe der Rasiyari-Brücke hörte. ‚Jetzt’, dachte ich, ‚können wir uns nicht mehr helfen’. Innerhalb von 20 bis 30 Minuten war unser Haus überflutet“, erinnert sich Fulia Devi, aus dem Dorf Tulsipur, die zusammen mit ihrer Tochter und ihrem Ehemann jetzt in einer temporären Notunterkunft am Straßenrand lebt.

Sie gehört zu den Tausenden von Menschen, die von den Überschwemmungen im Ghanshyampur-Block des Darbhanga-Distrikts im Norden von Bihar in Indien betroffen sind. Eine der schlimmsten Überschwemmungen der letzten Jahre.

Das Wasser stand an vielen Orten ein Meter hoch

Mindestens ein Meter tief stand das Wasser in ihrem Haus, nachdem der Kambla Bala Fluß sich aus seinem Ufer erhoben und den Damm fortgespült hatte. Fulia Devi und ihrer Familie blieb nichts Anderes übrig, als vor den aufsteigenden Wassermassen zu fliehen.

„Ich habe mein Haus verloren, Getreide, Viehfutter und Utensilien. Unsere drei Ziegen sind verschwunden. Außerdem haben wir kein Trinkwasser, da unsere Wasserquelle verunreinigt ist“, sagt die 65-Jährige. Die Familie floh mit dem, was sie schnell zusammenpacken konnten, fügt sie hinzu. „Jede Familie in unserem Dorf versuchte zu retten, was sie konnte. Wir konnten etwas Essen und Kleider und andere wenige Dinge für unsere Grundbedürfnisse mitnehmen. Das ist alles.“

Nun, da Fulia Devis Haus nicht mehr steht, sind sie und all die anderen Überlebenden wortwörtlich „on the road“. Das Essen, das sie mitgenommen haben, reicht aber nicht lange. „Die örtlichen Behörden haben einige Chura (Reisflocken) und eine kleine Plane zur Verfügung gestellt. Aber angesichts der Tatsache, dass wir wohl erst in einem Monat nach Hause zurückkehren können, brauchen wir mehr“, sagt sie.

Die Welthungerhilfe verteilt Nothilfe-Sets an betroffene Familien

Fast 17 Millionen Menschen sind in 19 Distrikte in Bihar von den jüngsten Überschwemmungen betroffen, 480 Menschen sind ums Leben gekommen. Im Distrikt Darbhanga sind über 2 Millionen betroffen.

Gemeinsam mit ihrem Partner Ghoghardiha Prakhand Swarajya Vikas Sangh (GPSVS) unterstützt die Welthungerhilfe Menschen in zwei sehr stark betroffenen Dörfern im Bezirk Darbhanga: Während der nächsten drei Monate werden Planen und Hygiene-Sets verteilt. Chlor-Reinigungen von Handpumpen sorgen für sauberes Trinkwasser. Außerdem wird für Kinder, Schwangere und stillende Mütter Zusatznahrung bereitgestellt.

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