Hoffnungslose Krisen: Nicht nur in Syrien herrscht Gewalt

Wohnort Rollfeld: In der Zentralafrikanischen Republik suchen geflohene Familien am Flughafen von Bangui Schutz.
Wohnort Rollfeld: In der Zentralafrikanischen Republik suchen geflohene Familien am Flughafen von Bangui Schutz. © Löffelbein

Millionen Menschen weltweit sind vergessen. Denn Krisen vergessen heißt Menschen vergessen. Deshalb hat das Auswärtige Amt zusammen mit vielen deutschen Hilfsorganisationen die #nichtvergesser Kampagne gestartet. Dieser Blog-Beitrag ist im Rahmen der Kampagne entstanden. 

Es gibt Aleppo und es gibt die vergessenen Krisen dieser Welt. In Aleppo sehen wir täglich live, wie Menschen getötet werden und wie humanitäres Völkerrecht gebrochen wird, wenn etwa Krankenhäuser gezielt bombardiert werden. Die Bilder von weinenden Kindern und verzweifelten Helfern in einer Trümmerlandschaft gehören mittlerweile zum Alltag in den verschiedenen Medien. Die Tragödie eines ganzen Volkes wird vor den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit gezeigt, ohne dass eine politische Lösung in Sicht ist oder wenigstens substantielle humanitäre Hilfe geleistet werden kann. 

Zur gleichen Zeit sterben und leiden Menschen in Ländern, über die nur wenig berichtet wird. Im Jemen findet ein blutiger Bürgerkrieg statt, der zu großem Hunger führt. Im Südsudan sind die Hoffnungen auf eine friedliche Zukunft nach der Staatsgründung nicht erfüllt worden. Stattdessen haben knapp 3 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen, weil immer wieder Kämpfe zwischen den verfeindeten Volksgruppen ausgebrochen sind. 4,8 Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht. Die Welthungerhilfe unterstützt die Betroffenen entweder mit Nahrungsmitteln oder mit Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten wo es Hoffnung auf einen Wiederaufbau gibt.

Geflüchtete Frauen in Malakal, Südsudan. Tagsüber arbeiten sie außerhalb des Lagers – unter ständiger Angst vor Gewalt und Grausamkeiten.

Geflüchtete Frauen in Malakal, Südsudan. Tagsüber arbeiten sie außerhalb des Lagers – unter ständiger Angst vor Gewalt und Grausamkeiten. © Rosenthal

Auch aus der Zentralafrikanischen Republik erreichen uns nur wenige Berichte, obwohl das Land nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen dringend Hilfe für den Wiederaufbau braucht. Auch hier hilft die Welthungerhilfe den Menschen wieder eine Existenz aufzubauen, indem Felder für den Anbau von Gemüse vorbereitet und Brachland gerodet und Wege befestigt werden. So können sich Familien selbst ernähren und ein kleines Einkommen erzielen.

Das Gefühl von Hilflosigkeit darf uns nicht lähmen

Die Liste der vergessenen Krisen ist lang. Im Kongo, Burundi oder Somalia kämpfen täglich Menschen um das Überleben und das Wohlergehen ihrer Familien abseits von Mikrofonen oder Kameras. Oft sind es auch die Regierungen selbst, die jede Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen und humanitäre Krisen in der Bevölkerung vermeiden wollen. Über das Schicksal der Rohingas in Myanmar etwa gibt es nur wenige unabhängige Berichte. In all diesen Ländern geht es um Leben einzelner Menschen. Sie alle haben ein Gesicht, eine Geschichte und ein Recht auf menschenwürdiges Leben und Nahrung. Hilfsorganisationen versuchen immer wieder, diese unbeachteten Notsituationen stärker in den Fokus zu rücken.

Burundi: Melchurie Mukeshimana sammelt im Dorf Taba Gras zum Füttern ihrer Kuh. Sie ist Teil einer Frauengenossenschaft, die durch die Welthungerhilfe ins Leben gerufen wurde.

Hoffnung in Burundi: Melchurie Mukeshimana ist Teil einer Frauengenossenschaft, die durch die Welthungerhilfe ins Leben gerufen wurde. Die Beteiligten unterstützen sich gegenseitig bei der Viehzucht. © Welthungerhilfe / JUSTFILMS

Die Hilflosigkeit, die wir angesichts der furchtbaren Lage in Aleppo spüren, darf nicht dazu führen, dass wir insgesamt untätig bleiben. Nur weil für Syrien keine Lösung in Sicht scheint, dürfen wir nicht weltweit die Hände in den Schoß legen. In vielen Ländern können wir das Leben der Menschen mit konkreten Maßnahmen verbessern. Wir zeigen ihnen damit auch, dass wir sie nicht aus den Augen verlieren – auch wenn ihr Leid nicht Teil der Hauptnachrichten ist. Der Blick auf die großen Entwicklungen zeigt deutliche Erfolge, ob beim Rückgang des Hungers oder der Kindersterblichkeit. Es lohnt sich, an die vergessenen Krisen zu erinnern und sie so wie an dieser Stelle ins Blickfeld zu nehmen.

Helfen Sie mit und erinnern Sie an die vergessenen Krisen:

Die Krisen auf der Welt gehen uns alle an – auch wenn sie keine große Aufmerksamkeit in den Medien erhalten. Daran erinnert die #nichtvergesser Kampagne des Auswärtigen Amts in Kooperation mit deutschen Hilfsorganisationen. Erfahren Sie mehr über vergessene Krisen auf www.nichtvergesser.de und werden Sie selbst aktiv:

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