2014 geht zu Ende: An der Schwelle zu einem besonderen Jahr

Krisen- und katastrophenreiches Jahr 2014: Mehr als 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht!
Krisen- und katastrophenreiches Jahr 2014: Mehr als 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht!

Eigentlich ist es unfassbar – während auf der Welt die höchste Anzahl von Menschen seit dem zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben ist, während in vielen Kommunen Deutschlands große und pragmatische Hilfsbereitschaft herrscht und während wir mit ansehen müssen, wie Millionen Vertriebene in Nachbarländern unterkommen – wittern die Ewiggestrigen in vielen Städten der Republik ‚Morgenluft‘. Gegen die ‚Islamisierung des Abendlandes‘, gegen Zuwanderung, gegen Multikulturalismus wird dabei unter dem Namen Pegida gezetert.

Und das weltoffene und freundliche Deutschland aus dem Sommermärchen unserer ‚Multikulti-Nationalkicker‘ zeigt im dunklen Dezember sein mürrisches Gesicht. Und verleugnet den christlichsten aller abendländischen Werte – die Nächstenliebe.

Die Welthungerhilfe hat vieles von dieser Nächstenliebe erfahren, im vergangenen Jahr. Wir waren gefordert, einer Vielzahl von humanitären Katastrophen zu begegnen, die meisten davon von Menschen gemacht und voller Gefahren und Herausforderungen, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für unsere Helfer. Aus allen Ebenen der Gesellschaft schlug uns dabei Unterstützung entgegen, vom Bundespräsidenten über Unternehmenslenker und Prominente, aus der Politik und vor allem von unzähligen Engagierten und Spendern, die uns zur Seite stehen!

Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe sind keine populären Themen…

Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe sind keine populären Themen, man gewinnt damit keinen Wahlkampf, und sie sind auch nicht ‚cool‘, wie der Sänger der Toten Hosen Campino jüngst sagte. Respekt deshalb vor all denen, die uns spüren lassen, dass unsere Arbeit wichtig ist und geschätzt wird. Danke für die Sympathie aus diesem reichen, erfolgreichen Land, für all diejenigen denen weniger Chancen eingeräumt werden.

Auch aus anderen Gründen war 2014 für uns ein besonderes Jahr. Zwei entführte und gefangene Mitarbeiter kamen frei, was angesichts des verbrecherischen Umgangs mit Helfern und Journalisten im Nahen Osten eine riesige Erleichterung war. Mit anderen betroffenen Organisationen werden wir uns in Zukunft dafür einsetzen, dass der Schutz der Helfer und die Verfolgung der an ihnen begangenen Verbrechen ernsthafter genommen werden.

Wir stehen an der Schwelle zu einem weiteren, besonderen Jahr

In 2015 – so hatte man es bei der Formulierung der Millenniumsziele verabredet – sollten Armut, Hunger und Kindersterblichkeit halbiert werden. Es gab große Erfolge, aber die Ambitionen werden im kommenden Jahr zu Recht noch höher gehängt. Die Beseitigung von Armut und Hunger, das Eindämmen der Klimaerwärmung, der verantwortungsvolle Umgang mit begrenzten Ressourcen und der Schutz der Arten stehen auf vielen Gipfel-Agenden. Die Welthungerhilfe begrüßt und unterstützt diese großen Ambitionen – weil wir wissen, dass es keine Alternative zu einem solidarischen und verantwortungsvollen Miteinander gibt, auf diesem fragilen Planeten.

Wir wünschen uns, dass Solidarität und Mitgefühl unsere Gesellschaft auch in 2015 spürbar mehr prägen als Ausgrenzung und Engstirnigkeit.

Ein frohes Fest und ein friedliches neues Jahr, uns allen,

Ihr Wolfgang Jamann

Bewerten Sie diesen Artikel: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 2 Bewertungen, durchschnittlich: 5,00 von 5
Loading...

2 Kommentare

  • Tineke Gröbe-de Vlaming sagt:

    Könnte ich Information bekommen, wie weit es mit dem Schulprojekt für syrische Kinder in den türkischen Gebieten ist. Ich bin Mitglied von Soroptimist International und suche vergebens nach einem Hinweis bei Ihnen.

  • Alexandra Shahabeddin sagt:

    Liebe Frau Gröbe-de Vlaming,
    vielen Dank für Ihre Frage. Das Schulprojekt, das wir mit Unterstützung der Soropitmistinnen für syrische Kinder in der Türkei umsetzen wollen, steht kurz vor dem Start. Unsere lokalen Partner vor Ort kümmern sich gerade um geeignete Räumlichkeiten, um deren Ausstattung und weitere organisatorische Dinge. In den nächsten Tagen stellen wir auf unserer Internetseite das Projekt und das Engagement der Soroptimist Internationel Deutschland in kurzer Form vor. Sobald der Schulbetrieb läuft und uns erste Fotos vorliegen, werden wir auführlicher auf unserer Startseite dazu berichten.
    Herzlichen Dank an Sie und Ihre Kolleginnen von den Soroptimisten für Ihren bemerkenswerten Einsatz.
    Mit herzlichen Grüßen
    Alexandra Shahabeddin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihren Kommentar erst prüfen, bevor dieser auf der Webseite erscheint. Weitere Informationen finden Sie in unserer Blog-Netiquette.