Von der Hausfrau zur Brotverdienerin

Hellen Achola trägt die Spar-Box, die sie selbst gebaut hat. Seit sie der Welthungerhilfe-Gruppe beigetreten ist, legt sie hier täglich etwas zurück.
Hellen Achola trägt die Spar-Box, die sie selbst gebaut hat. Seit sie der Welthungerhilfe-Gruppe beigetreten ist, legt sie hier täglich etwas zurück.

Mit einem warmen Lächeln begrüßt Hellen Achola ihre Besucher im Flüchtlingsdorf Odobu II Village des Rhino Camp Refugee Settlement im Arua District in Uganda. Wie zehntausende andere ist die 39-Jährige vor 15 Jahren vor den schlechten Lebensbedingungen in ihrer Heimat Südsudan geflohen. Sie lebt im Camp zusammen mit ihrem Ehemann, ihren sechs Kindern und neun anderen Familienangehörigen in drei strohbedeckten Hütten.

Zehntausende Flüchtlinge aus dem Südsudan sind seit den Gewaltausbrüchen im Sommer 2016 wie Hellen aus ihrer Heimat geflohen. Sie benötigen dringend Hilfe, insbesondere Wassermangel bedroht die Menschen in den Flüchtlingssiedlungen. Wir unterstützen vor Ort indem wir neue Wasserstellen anlegen: Helfen Sie uns beim Bau eines Brunnen!

Zur Flucht aus dem Südsudan gezwungen und nach einer leidvollen Odysee nach Uganda erfüllte sich für Hellen ihr lang gehegter Traum. Wie es dazu kam, erzählt sie hier…

Hellens Wunsch nach Unabhängigkeit

Früher, erinnert sich Hellen, hat sie lange Zeit als mittellose Hausfrau gelebt. Sie musste sich einzig und allein auf die Rationen von der UNHCR und anderen Hilfsorganisationen verlassen. Sie sah keine Möglichkeit, sich eine andere Lebensgrundlage zu schaffen.

Damals war Hellen Mitglied einer Village Savings and Loan Association (VSLA). Doch dann löste sich ihre Gruppe auf und sie verlor das Vertrauen in solche Projekte. Ihr Traum, unabhängig zu werden, schien in weite Ferne gerückt. „Nach dem Zusammenbruch meiner vorherigen Gruppe war ich nur zu Hause und tat gar nichts. Das Leben war hart“, erinnert sich Hellen.

Hellen und ihre Kinder sortieren Waren für den Verkauf auf dem Abendmarkt.

Hellen und ihre Kinder sortieren Waren für den Verkauf auf dem Abendmarkt.

Das änderte sich, als sie erfuhr, dass die Welthungerhilfe im Rhino Camp Refugee Settlement das Projekt Strengthening Resilience through Infrastructure, Agriculture and Skills (RIAS) umsetzt. In 36 sogenannten Farmer Field Schools (FFS) lernen die Teilnehmer hier, ihr Einkommen und ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln zu verbessern. Hellen schöpfte neuen Mut. Im März 2016 trat sie der Farmer Field School bei. Hellen hat diesen Schritt nie bereut.

Nationale Delikatesse mit Profit weiterverkauft

Mit ihrer ersten Geldanleihe von 50.000 Ugandischen Schillingen (UGX), das sind etwa 13 Euro, die sie im Rahmen des Projektes erhielt, kaufte Hellen kleine Fische, eine nationale Delikatesse. Diesen hat sie dann für 75.000 UGX weiterverkauft und so ihren Kredit mit 10 Prozent Zinsen zurückgezahlt. Sie machte  rund 20.000 UGX Profit.

Da Hellen merkte, wie profitabel dieses System sein konnte, lieh sie sich erneut etwas Geld. Dieses Mal waren es 100.000 UGX mit denen sie vier Beutel Sorghum kaufte. Sie verkaufte die Beutel für 200.000 UGX weiter. Sie musste nur noch den Kredit zurückzahlen und verblieb mit 90.000 UGX. Sie konnte nun selbständig mit Nahrungsmitteln handeln.

Die Kultur des Sparens inspirierte sie dann dazu, eine Sparkiste zu bauen in der sie täglich ein wenig Geld aufbewahrt. Aus der Kiste nimmt sie manchmal Geld, wenn sie oder Familienmitglieder in einer Notlage sind. Dank ihrer Ersparnisse ist Hellen jetzt die Brotverdienerin der Familie. „Ich habe sogar eine Kuh gekauft“, sagt sie stolz.

Traum vom eigenen Unternehmen

Zusätzlich zu ihrem Haushalt verwaltet Hellen auch die Finanzen ihrer VSLA-Gruppe. Als Schatzmeisterin hat sie es geschafft die wöchentlichen Ersparnisse von 1.000 UGX auf 2.000 UGX und schließlich auf 10.000 UGX zu erhöhen.

Trotz all ihrer Erfolge muss sie sich weiteren Hindernissen stellen. Hellen glaubt, dass ihr kleiner Lebensmittelhandel besser laufen würde, wenn sie ein richtiges Unternehmen gründen würde. „So müsste ich auch nicht mehr von Markt zu Markt wandern“, sagt sie. Die Idee dazu hat sie schon mal. Vielleicht wird auch dieser Traum Wirklichkeit.

Spende einen Brunnen

Hellen Achola ist eine von zehntausenden Südsudanesen die nach Uganda flohen, um der Gewalt und dem immer wieder aufflammenden Bürgerkrieg zu entkommen. In den Flüchtlingscamps in Uganda wird besonders dringend frisches Trinkwasser gebraucht. Wir unterstützen die Schutzsuchenden und bauen 16 neue Brunnen. Hilf uns zu helfen und #SpendeEinenBrunnen

Hilf mit, die dringend benötigten Brunnen zu finanzieren. Lass uns gemeinsam die 7.000 Euro für die erste Wasserstelle erreichen:

Werde jetzt aktiv und #SpendeEinenBrunnen!

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