We Love YOUganda – unterwegs mit Viva con Agua

Wash your hands: Die bemalten Wände der Waschräume erinnern Schulkinder ans Händewaschen. Gestaltet von Bobby Serrano, Der6teLachs
Wash your hands: Die bemalten Wände der Waschräume erinnern Schulkinder ans Händewaschen. Gestaltet von Bobby Serrano, Der6teLachs

Johannes Probst ist zur Zeit als weltwärts-Freiwilliger in Fort Portal, Uganda. Der Viva con Agua-Unterstützer aus Freiburg nutzte die Gelegenheit, ein Wasserprojekt im Norden Ugandas zu besuchen und schildert hier seine Eindrücke:

Der Weg nach Moroto im Norden Ugandas ist lang und hart. Etwa 10 Stunden von der Hauptstadt Kampala entfernt geht es auf unterschiedlich gut ausgebauten Straßen in die Region Karamoja. Die drei Autos unserer Gruppe wirbeln viel Staub auf und teilweise sehen wir nicht weiter als wenige Meter. Schon auf der Fahrt wird mir klar, in welch trockener Gegend wir uns befinden: wenig grün und in alle Richtungen nur flache Landschaft. Einzige Ausnahme bildet der Mount Moroto, welcher auf einer Seite unwirklich groß mitten in der Landschaft steht.

Eine der ersten Erfahrungen ist für mich sehr überraschend. Aus dem Auto ausgestiegen stehen wir vor einem „Manyatta“, einer typischen Siedlung in Karamoja. Wir werden überschwänglich begrüßt und willkommen geheißen und anschließend durch das Dorf geführt.

Es sieht ganz anders aus als alles, was ich bisher von Uganda kennenlernen durfte.

Es besteht aus vielen kleineren Zellen, welche durch Holzsträucher voneinander abgetrennt sind. Die äußere Abgrenzung mit dornigen Sträuchern dient als Schutz vor Tieren und Feinden. Im Inneren Leben die Menschen in kleinen Hütten, in einem anderen Teil wird gekocht, in wieder einem anderen sind die Tiere und im nächsten die Latrinen.

Außerdem sehen wir ein Regenwasserbecken, welches trotz der langanhaltenden Trockenzeit noch Wasser von der letzten Regenzeit für die Tiere gespeichert hat. Zum Abschluss tanzen, singen, klatschen und springen wir alle gemeinsam, bevor wir weiter nach Moroto fahren.

Water is life – Brunnen im Mittelpunkt

Am nächsten Morgen geht es nach einem Briefing im Welthungerhilfe-Büro los zu anderen Projekten. Wir sehen Brunnen, die von der Welthungerhilfe gebaut wurden und nun von „Water Comittees“ betreut werden. Diese etwa siebenköpfigen Komitees sorgen sich um die richtige Benutzung der Brunnen und sammeln Geld ein, welches dann auf der Bank für mögliche Reparaturen oder Wartungen gespart wird. Besonders interessant zu sehen fand ich, wie die Brunnen den Mittelpunkt des Lebens darstellen. Viele Leute, vor allem Frauen und Kinder, stehen drum herum und warten bis sie an der Reihe sind, ihre „Jerrycans“ (Wasserkanister) zu füllen. Aufgereiht in einer langen gelben Schlange stehen die Kanister und einer nach dem anderen wird gefüllt.

Wer WA sagt, muss auch SH sagen – die Bedeutung von „Sanitation & Hygiene“

Eindrücklich wird mir das Problem von mangelnden sanitären Anlagen deutlich. An bestimmten Stellen unweit der Dörfer stinkt es, denn das freie Feld wird als Toilette genutzt. „Open defecation“ ist ein großes Problem, da leicht Krankheiten übertragen werden. Lösungen dafür sind zum Beispiel „Pit Latrines“, welche von einer Familie benutzt werden und durch die Verwendung von Asche geruchsneutral sind.

Wir halten auch an einer Schule, die gerade neue Latrinen bekommen hat. Wir werden herzlich begrüßt und der „WASH-Club“ der Schule singt für uns und führt ein Theaterstück auf, welches die Wichtigkeit von Hygiene darstellt.

Das Ziel eines solchen Schulprojektes ist, das nötige Bewusstsein durch die Kinder an die Familien in die Dörfer zu bringen.

Eines der wichtigsten Erkenntnisse der Reise war für mich, dass soviel mehr zu einem solchen Projekt dazugehört, als einfach eine Latrine zu bauen. Der wohl schwierigere Teil besteht darin, die Leute von der Wichtigkeit zu überzeugen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, die Latrinen richtig zu nutzen. Leider gibt es dazu aber auch viele Vorbehalte, sodass sich beispielsweise zwei benachbarte Familien nicht immer eine Latrine teilen wollen.

Sport, Kunst & Musik – die universellen Sprachen

Am letzten Tag der Projektreise gibt es dann nochmal ein volles Viva-con-Agua-Programm. Wir bemalen Waschräume in der Schule, um deren Wichtigkeit zu zeigen, parallel dazu nimmt ein anderer Teil der Gruppe einen Song auf Karamojong über „Open defecation“ auf und dreht noch am selben Tag dazu ein Video.

Mit vielen und überwältigenden Eindrücken geht es dann am nächsten Tag auch schon wieder zurück nach Kampala. Es war sehr schön, auch diese Seite dieses vielfältigen Landes zu sehen, die so anders als meine aktuelle Heimat Fort Portal ist. Welche Bedeutung die WASH-Projekte haben, hat sich mir noch mal ganz deutlich erschlossen und mir ist klar geworden, wie wichtig aber auch mit welchen Herausforderungen solche Projekte verbunden sind.

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