Welche Mittel braucht es, um Konflikte vorzubeugen? Sind militärische Einsätze die einzige Lösung? Diskutieren Sie mit uns!

40 Kriege und bewaffnete Konflikte wurden 2007 weltweit gezählt. © Frank
40 Kriege und bewaffnete Konflikte wurden 2007 weltweit gezählt. © Frank

Liebe Freundinnen und Freunde der Welthungerhilfe,

40 Kriege und bewaffnete Konflikte wurden 2007 weltweit gezählt. Die Schauplätze der Gewalt sind in erster Linie dort zu finden, wo Hunger und Armut den Alltag bestimmen: Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Niger, Mali und Tschad und so weiter. Immer wieder versucht die internationale Staatengemeinschaft, durch militärisches Eingreifen eine Beilegung der Konflikte zu erzwingen. Doch der Erfolg dieser Strategie ist in den meisten Fällen sehr fragwürdig.

Darum hat sich die Welthungerhilfe in diesem Jahr das wichtige Thema „Menschliche Sicherheit“ auf ihre Fahnen geschrieben.

Was wir darunter verstehen?

Der Begriff der „menschlichen Sicherheit“ bezeichnet die Freiheit von Angst und Mangel. Er bezieht sich, ähnlich wie der Begriff der Menschenrechte, auf den einzelnen Menschen. Dahinter steht die Idee, dass alle Menschen sicher sein sollen vor Bedrohungen aller Art, wie Hunger, Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Umweltschäden, politischer Gewalt und Verbrechen. Zwischen vielen dieser Bedrohungen bestehen Wechselwirkungen. Demnach ist die Analyse des einen Problems ohne Beschäftigung mit dem anderen kaum möglich.

Wir sind der Auffassung, dass sich Kriege und Konflikte nachhaltig weniger durch militärische Interventionen als durch die Bekämpfung von Hunger und Armut beseitigen lassen. Darum sind wir in zahlreichen unsicheren Staaten tätig und leisten dort wichtige Beiträge – immer nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“:

Wir sichern die Ernährung der Menschen, damit eines der schlimmsten Leiden, nämlich der Hunger, verringert und im Idealfall auf ewig beseitigt wird. Denn satte Menschen sind zufriedenere Menschen.

Wir investieren in Schulen, um mit Bildung den Kampf gegen Gewalt aufzunehmen. Kinder brauchen sinnvollere Perspektiven als die einer Karriere mit der Kalaschnikow.

Wir bauen Infrastrukturen, um den Transport zu erleichtern und das Marktwesen anzukurbeln. Damit sorgen wir für einen gewissen Wohlstand und schaffen eine Verbindung zwischen den Menschen.

Nur ein paar Beispiele, wie die Welthungerhilfe den Menschen hilft, freier und und mit einer langfristigen Perspektive auf Besserung ihrer Lebensverhältnisse zu leben.

Haben Sie selbst Beispiele oder Ideen, wo wir mit zivilen Mitteln Konflikten vorbeugen können? Oder sind Sie der Meinung, dass nur militärische Mittel zur Befriedung führen?

Diskutieren Sie mit uns und anderen!

Mehr zum Thema „Menschliche Sicherheit“ erfahren Sie in der aktuellen kostenlosen Ausgabe unserer Zeitung Welternährung.

Mit den besten Wünschen,
Ihr Hans-Joachim Preuß

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2 Kommentare

  • Ina Petersson sagt:

    Lieber Herr Preuß,

    Ihre Skepsis gegenüber der militärischen Lösung von Konflikten ist meiner Meinung nach sehr angebracht. Die Kriege in Afghanistan und im Irak haben gezeigt, dass sich durch militärisches Eingreifen zwar eine herrschende Machtelite ablösen lässt. Die Konflikte schwelen jedoch weiter und die Bevölkerung leidet immer noch unter Gewalt und Armut. Eine Armee ist nicht in der Lage die Ursachen für Konflikte zu bekämpfen. Das kann nur die zivile Zusammenarbeit leisten. Mein Vorschlag zur friedlichen Konfliktlösung: In Ländern, in denen es immer wieder Konflikte gibt, sollten zusätzlich zu den beschriebenen Maßnahmen demokratische Strukturen gefördert werden. Nur wenn eine Gesellschaft einen friedlichen Rahmen bietet, die Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu erfüllen, lassen sich kriegerische Auseinandersetzungen vermeiden.

    In diesem Sinne: mit den besten Grüßen

    Ihre
    Ina Petersson

  • Martin Dietz sagt:

    Lieber Hans-Joachim Preuß,
    mein Kommentar zur DRKongo, die auch nach den Wahlen leider weder demokratisch noch republikanisch geworden ist: Durch über 10jährige kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Milizen, Rebellen und Armeefraktionen verschiedener Warlords sind die Sitten im Ostkongo so verroht, daß die undisziplinierten „Kombattanten“, jugendlichen und Kinder-Soldaten noch mehr als bisher zu Räubern, Vergewaltigern und Mördern werden. Statt mit sehr teurem und ineffizientem UNO-Militär dagegen angehen zu wollen, sollten reguläre Armeeangehörige korrekt besoldet werden und alle Jugendlichen unter 18 Jahren in Wiedereingliederungseinrichtungen endlich flächendeckend versorgt (wie es der DWHH in der Vergangenheit schon mit Flüchtlingen gelungen ist), beschult und ausgebildet werden. Was UNICEF und Welthungerhilfe bisher punktuell tun, reicht zur Befriedung der Region nicht aus. Die offizielle Demobilisierung der Jung-Soldaten muß durch informelle, unbürokratische Austrocknung der Raubgesindelhorden verstärkt, bzw. überrundet werden mit Hilfe von Aufnahme-Angeboten für die Jugendlichen in Ausbildungseinrichtungen erfahrener einheimischer NRO, denen leider aus eigener Kraft die Mittel dafür fehlen. Ich wünsche dazu mehr Mut,
    Ihr Martin Dietz.

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