Millenniumsdorf Cañadón Peñas in Bolivien:

Die ländliche Bevölkerung nimmt ihr Leben selbst in die Hand

Bolivianische Verhältnisse sind oft einfach: Die fruchtbaren Böden im Tiefland gehören wenigen Großgrundbesitzern, die kargen Anbauflächen im Hochland den vielen indigenen Familien. Tatenlos auf eine Landreform warten, wollen die Menschen aber nicht. Gefördert von der Welthungerhilfe verbessern sie ihr Leben auf andere Weise.

 

Ein Schaf zum Liebhaben - und für die Grundversorgung der Familie im Penas-Tal. © Kottmeier
Ein Schaf zum Liebhaben - und für die
Grundversorgung der Familie im Peñas-Tal.
© Kottmeier
Cañadón Peñas ist ein Hochlandtal in Bolivien. Hier leben 13.000 Menschen unter schwierigen Umständen: Tagsüber herrscht glühende Hitze, nachts der Frost. Hinzu kommt extreme Trockenheit. Eine fatale Kombination: Denn Dürre und Temperaturwechsel zehren ihre Äcker aus und lassen die Ernten spärlich ausfallen. Dabei ist die Feldwirtschaft einzige Einkommensquelle seit dem Niedergang des Bergbaus. So sind die Familien bitterarm – wie 60 Prozent der Bevölkerung Boliviens.

 

Im Alltag von Cañadón Peñas bedeutet das jeden Tag Hunger zu leiden. Um die Not zu lindern, wandern die Männer in die Städte und suchen Arbeit. Zurück bleiben die Frauen und Kinder – auf ihren Schultern alle Last von Haushalt und Landwirtschaft. Für die Kinder bedeutet das Feldarbeit statt Schulbesuch, für die Frauen einsame Verantwortung. Trotzdem verhindern althergebrachte Verhaltensweisen, dass die Erfahrungen der Frauen auf Dorfversammlungen gehört werden.


Dies soll sich nun ändern: Die Gemeinden Pazña und Antequera haben sich zusammengeschlossen und werden nun als Millenniumsdorf von der Welthungerhilfe unterstützt. In gemeinsamen Workshops haben die Einwohnerinnen und Einwohner einen Fünfjahresplan aufgestellt, der Verbesserungen in vier Bereichen umsetzen will: 

  • Ernährung
  • Wirtschaft
  • Bildung 
  • Mitspracherecht von Frauen


Millenniumsziele schaffen Chancen

Die Entwicklungsziele der Millenniumserklärung erkennen die lebensbedrohenden, täglichen Sorgen und Nöten von Menschen in Gegenden wie Cañadón Peñas an. Dieser Erkenntnis müssen Taten folgen. Die Welthungerhilfe geht hier zusammen mit der Bevölkerung erste Schritte: Sie verbessern die Viehhaltung, bauen kleine Käsereien auf und errichten Schulen, die auch Mittagessen anbieten. So haben die Menschen eine realistische Chance der Armut zu entkommen.

Letzte Änderung an dieser Seite: 19.08.2008
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Fakten:

Durchführung: Partnerorganisation Associación de Instituciones de Promoción y Educación (AIPE) gemeinsam mit der Welthungerhilfe

Millenniumsziele: 1, 2, 3

Kooperationspartner: Bisher keine

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