Burkina Faso: Nicht mal ein Dollar am Tag

Im zweitärmsten Land der Welt ist Armut der Normalfall

Frauen zermahlen Getreide. © Grossmann
Frauen zermahlen Getreide. © Grossmann

Seit 1994 wächst die Wirtschaftsleistung Burkina Fasos jährlich um durchschnittlich fünf Prozent (Weltbank 2008). Trotzdem belegt der westafrikanische Staat im Human Development Index von 2007/2008 den vorletzten Rang. Damit ist es zurzeit das zweitärmste Land der Welt. Etwa 61 Prozent der Gesamtbevölkerung muss von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben. Das Wirtschaftswachstum kommt nur einer kleinen Schicht zugute, die überwiegend in den städtischen Zentren lebt.

 

 

Weite Wege zur Arbeit. © Grossmann
Weite Wege zur Arbeit.
© Grossmann

Kaum Alternativen zur Landwirtschaft

90 Prozent der burkinischen Bevölkerung arbeiten als Kleinbauern auf dem Land. Baumwolle und Vieh sind die wichtigsten Exportgüter Burkina Fasos und erwirtschaften rund ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts. Doch die Lebensbedingungen auf dem Land sind hart: Es regnet selten und Dürren treten häufig auf. Die Alternativen zur Landwirtschaft sind rar: Die burkinische Industrie ist nur schwach entwickelt. Es gibt kaum Möglichkeiten, die landwirtschaftlichen Produkte weiterzuverarbeiten und dadurch höhere Preise auf dem Weltmarkt zu erzielen. Auch an natürlichen Ressourcen mangelt es. Da Burkina Faso keinen Meerzugang hat, sind die Transportwege weit und teuer.

 

 

Migration und Aids

Armut und die unzureichende Ernährungssituation zwingen viele Männer zur Migration in die großen Städte und in Nachbarländer. Oftmals verschlechtern sich dadurch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der zurückbleibenden Frauen und Kinder in den Dörfern. Ein Teufelskreis, der durch einen weiteren Faktor verschärft wird: Die Migration steigert das Risiko einer HIV-Infektion erheblich. Wegen der hohen Analphabetenrate von 70 Prozent greifen Aufklärungsprogramme kaum.

 

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