Kongoussi in Burkina Faso: Fortschritte festigen

- Dieser Junge aus Kongoussi geht gern in die neue Schule. © Knickriem
Burkina Faso, der kleine Staat im Sahel, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Über die Hälfte der Menschen muss mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen und der größte Teil der Bevölkerung lebt von dem, was er selbst anbaut. Doch die Böden lassen sich nur mit großer Mühe bepflanzen und häufige Dürren vernichten die Ernten. Hinzu kommt, dass lediglich 13 Prozent der Landfläche Ackerland sind. Der Klimawandel verstärkt den extremen Wetterwechsel zwischen langen Trockenzeiten und heftigen Platzregen, die fruchtbaren Boden fortschwemmen. Starkes Bevölkerungswachstum, veraltete Anbaumethoden sowie Übernutzung verschärfen die Situation.
Auch im Millenniumsdorf Kongoussi ist die Situation so existentiell. Das Millenniumsdorf besteht aus sechs Dörfern nahe der gleichnamigen Stadt im Norden Burkina Fasos. Wie viele Burkiner ernähren sich auch die hier lebenden etwa 5.000 Menschen von den geringen Erträgen ihrer Landwirtschaft. Auch hier ist der Boden steinig und erodiert, es mangelt an geeignetem Saatgut und Geräten für den landwirtschaftlichen Anbau. Es gibt zu wenig Ackerfläche, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren.
Auf der Suche nach Arbeit wandern viele Männer in die großen Städte oder die Nachbarländer ab. Zurück bleiben die Frauen, die oft allein das Überleben ihrer Familien sichern müssen. Durch die Migration steigt auch die Gefahr der Ausbreitung von HIV/Aids, wenn die Rückkehrer das Virus ins Dorf tragen. Die Menschen in Kongoussi brauchen Unterstützung, deshalb gehören sie zu den Dörfern und Regionen, die die Welthungerhilfe im Rahmen ihrer Initiative Millenniumsdörfer unterstützt.
Langfristige Verbesserungen
Der Ertrag der Felder kann mit besserem Saatgut und geeigneten Werkzeugen erhöht werden. Die Familien legen gemeinsam Gemüsegärten für eine vitaminreiche Ernährung an und können Überschüsse auf dem Markt verkaufen. Durch Aus- und Fortbildungen in effektiven Anbaumethoden, Ernährungsberatung sowie der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte entstehen Geschäftsideen. Damit gibt es auch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten in Kongoussi: Kleinhandel, Getreideverarbeitung, Kleinviehzüchtung sowie der Verkauf von Ziegen und Schweinen können Einkommen sichern. Auch werden Alphabetisierungskurse angeboten, die grundlegend für die Gründung kleiner Gewerbe sind. Frauengruppen werden mit Krediten und speziellen Kursen besonders gefördert.
Junge Menschen einbinden
Wenn die Familien besser ernährt sind und ihr Einkommen steigt, wirkt sich das auf Vieles aus: Männer sind nicht mehr gezwungen, den Lebensunterhalt außerhalb des Dorfes zu verdienen und können ihre Frauen bei der Arbeit entlasten. Anstatt im Haushalt oder auf dem Feld mithelfen zu müssen, können Kinder nun zur Schule gehen. Hiervon profitieren vor allem Mädchen.
So vieles haben die Menschen schon bewegt, seit die Welthungerhilfe das Projekt 2005 startete. In der zweiten Phase, in der zu den ersten vier Dörfern zwei weitere hinzugekommen sind, gilt es nun, die erreichten Fortschritte zu festigen und weiter auszubauen. So entsteht bald eine neue Schule mit drei Klassenzimmern, um den Kindern einen guten Start in ihre Zukunft zu ermöglichen. Sie lernen unter anderem auch Wichtiges zum Thema Umwelt- sowie Bodenschutz und erfahren, wie die Fruchtbarkeit der Äcker aktiv gefördert werden kann. Hierzu gehört es, Nutz- und Obstbäumen zu pflanzen und die Felder durch Steinwälle zu schützen.
Frauen und Mädchen fördern
Insbesondere der Bau neuer Brunnen sorgt für eine erhebliche Erleichterung im Alltag gerade der Frauen und Mädchen von Kongoussi. Sie müssen nicht länger lange Wege zum See zurücklegen. Damit das kostbare Nass auch in Zukunft ausreicht, gründen die Bewohner Komitees, die sich um Wasserentnahme, Pflege und Wartung der Brunnen kümmert. Durch gesichertes und sauberes Trinkwasser sind auch Durchfall und Infektionskrankheiten auf dem Rückzug. Die Menschen in Kongoussi brauchen nur ein wenig Unterstützung, damit sie aus eigener Kraft Großes vollbringen und ihr Dorf nachhaltig stärken können.
Bankverbindung der
Welthungerhilfe
Fakten:
Durchführung: Partnerorganisation Association Zood Nooma pour le Développement (AZND) gemeinsam mit der Welthungerhilfe
Kooperationspartner: Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH und Co. KG, Freundeskreis Düsseldorf
Fortschritte
Das haben wir im Millenniumsdorf Kongoussi geleistet
Länderinformationen
Multimedia
Galerie: Bilder aus dem Millenniumsdorf Kongoussi in Burkina Faso
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Porträts
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Menschen aus dem Millenniumsdorf Kongoussi: Ihr Leben, ihre Wünsche und Träume
Interviews
Berichte
Festtag in Kongoussi - Einweihung der ersten Schule (März 2008).

Burkina Faso - Kongoussi
Indien - Nimpith
Kambodscha - Kanat Toch
Mosambik - Mabote
Nepal - Korak
Nicaragua - Auhya Pihni
Peru - Ayacucho
Tadschikistan - Veshab
Uganda - Ogur


