
Burundi ist eines der kleinsten und am dichtesten besiedelten Länder Afrikas. 90 Prozent der Bewohner leben in Armut, die Ernährungslage ist katastrophal. Zusätzlich haben gewaltsame Auseinandersetzungen das Land ruiniert, hunderttausenden von Menschen das Leben gekostet und sie ihrer Heimat beraubt. In dieser ohnehin schwierigen Situation leiden Burundis Frauen zusätzlich an traditionell begründeter Unterdrückung. Ein besonderes Problem ist dabei die Polygamie – also die weit verbreitete männliche Praxis, mehrere Frauen zu ehelichen und häufig die Frau, die nicht mehr gebraucht wird, mittellos mit den Kindern sitzen zu lassen. Die verlassenen Frauen wissen oft nicht, wovon sie ihre Kinder ernähren sollen.

- Beatrice, Zentrum für Versöhnung
Um den Frauen einen Ausweg aus der Rechtlosigkeit aufzuzeigen, bildet die Welthungerhilfe im Norden Burundis in eigens errichteten Versöhnungszentren Frauen zu Schlichterinnen und Mediatorinnen aus. Sie lernen, wie man zwischen Streitparteien vermittelt und einen Konflikt friedlich löst, sie lernen, was Menschenrechte sind, was Boden- und Familienrecht bedeutet. Diese Frauen, die Mitten aus der Gemeinschaft kommen und das Vertrauen der Menschen genießen, klären betroffene Frauen über ihre Rechte auf, unterstützen sie vor Gericht und vermitteln bei Nachbarschafts- und Familienkonflikten.
Die 34-jährige Beatrice Mukambayire ist eine dieser Schlichterinnen. Gemeinsam mit 17 weiteren Kolleginnen hält die Mutter von sechs Kindern regelmäßig Sprechstunden im Versöhnungszentrum von Vumbi ab. Dabei hat die junge Frau selbst Not und Gewalt erfahren. 1993 musste sie wegen bürgerkriegsähnlicher Unruhen ihr Dorf verlassen und wohnte lange in einem Flüchtlingslager. Diese Erfahrung hilft ihr nun, die Menschen mit ihren Nöten, Aggressionen und Konflikten zu verstehen. Allem erlebten Leid zum Trotz strahlt Beatrice Ruhe und Zuversicht aus, Zuversicht, dass Entwicklung durch Versöhnung möglich ist.
So können Sie helfen
25 Euro für die Schulspeisung eines Kindes für ein Jahr
11 Euro monatlich genügen für 40 Kilo Bohnen- und 400 Kilo Kartoffelsaatgut. Damit kann eine Familie ein Jahr lang ihre Felder bestellen und zweimal ernten.
