Yvonne Catterfeld in Kenia: "Der Kreislauf des Elends muss unterbrochen werden!"

Yvonne in Kenia. © Kessler
Die Schauspielerin und Sängerin Yvonne Catterfeld (26) reiste mit der Welthungerhilfe im September 2006 nach Kenia. Im Interview berichtet sie über ihre Eindrücke.
Welthungerhilfe: Yvonne, Du hast das Projekt der Welthungerhilfe in Kenia in der von Dürre geplagten Region Makueni besucht. Dort stellt die Hilfsorganisation die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicher. Was hast Du dort erlebt?
Yvonne: Die Welthungerhilfe hat mir ermöglicht in die Gebiete zu fahren, wo große Armut und starkes Elend herrscht – weit ab der Touristenparadiese. Dort lernte ich Josefine kennen. Sie hat fünf Kinder, um die sie sich ganz alleine kümmert. Bevor die Frau von dem Wasserprojekt der Welthungerhilfe profitieren konnte, war ihr Leben viel härter. Früher musste sie täglich zwölf Kilometer zu einem Brunnen gehen, um von dort zwei 20 Liter Wasserkanister nach Hause zu schleppen. Da ihre Kinder ihr beim Wasserholen helfen mussten, konnten sie die Schule nicht besuchen.
Welthungerhilfe: Wie sieht die Projektarbeit der Welthungerhilfe vor Ort aus?

Yvonne testet den neuen
Brunnen der Welthunger-
hilfe. © KessleYvonne: Damit jeder Wassertropfen aufgefangen werden kann, hat die Welthungerhilfe dort Wassertanks und Dämme gebaut. Mithilfe von Dolmetschern habe ich mit den Einwohnern gesprochen: Alle sind begeistert, weil das System ihnen im Alltag sehr hilft. Je länger ich mit den Menschen sprach, umso klarer wurde mir die Beziehung zwischen Wasser und Bildung.
Welthungerhilfe: Wie meinst Du das?
Yvonne: Wenn die Schule kein Wasser zur Verfügung hat, die Lebensmittel zuzubereiten, dann müssen die Eltern den Kindern Wasser mitgeben. Sonst bekämen die Kinder nichts zu essen. Da für viele das nicht möglich ist, nehmen sie ihre Kinder aus der Schule. Durch das Wasserprojekt der Welthungerhilfe ist gewährleistet, dass die Schulen ausreichend Wasser haben. So werden die Kinder ernährt und erhalten gleichzeitig Bildung durch die Teilnahme am Unterricht. Bildung ist die Zukunft der Kinder und somit die Zukunft des ganzen Landes. Doch Bildung ist nur ein Aspekt. Letztendlich zieht der Mangel an Wasser einen elendigen Rattenschwanz mit sich.
Welthungerhilfe: Kannst du das genauer erläutern?

Yvonne besucht eine
Schule im Makueni District.
© Kessler
Yvonne: Den Menschen fehlt es an ausreichend Wasser. Die Felder vertrocknen. Es kommt zu Ernteausfällen und die Betroffenen können sich nicht mehr selbst ernähren. Die Familien sind gezwungen, ihr Vieh zu verkaufen. Sie haben dann nichts mehr, wovon sie leben können. Das führt wiederum dazu, dass Kinder sich prostituieren müssen, wobei viele an Aids erkranken. Dieser Kreislauf ist erschütternd und muss unbedingt unterbrochen werden!
Welthungerhilfe: Was kostet ein Wassertank?
Yvonne: Ein Tank kostet 3.380,- Euro. Das Wasser reicht für eine Familie ungefähr ein Jahr. Ganze Schulen können damit über einen längeren Zeitraum versorgt werden. Auch wenn jemand nur fünf Euro spendet, ist dieses schon eine große Hilfe.
Welthungerhilfe: Was können wir hier in Deutschland tun, um den Menschen in Kenia zu helfen?
Yvonne: Ganz klar: Spenden! Durch die Welthungerhilfe ist zwar schon viel passiert. Aber die Zahl der Wasserstellen reicht immer noch nicht aus.
(Stand: Oktober 2006)
Weitere Informationen zu Kenia
Die Welthungerhilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten, seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einer eigenen Struktur in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 11 Projekten tätig. Die aktuellen Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von ca. 8,5 Millionen Euro.
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