Welthungerhilfe begrüßt Ausstieg der Commerzbank aus der Nahrungsmittelspekulation

Spekulation mit Nahrungsmitteln

Welthungerhilfe begrüßt Ausstieg der Commerzbank

(12.08.2012) Die Welthungerhilfe begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Commerzbank, sich von den spekulativen Geschäften mit Agrarrohstoffen zu verabschieden. Die Bank hatte am Freitag erklärt, dass sie alle Agrarprodukte aus ihrem Rohstoff-Fonds entfernt hat und auch zukünftig keine neuen börsennotierten Finanzprodukte mehr anbieten will, die auf Grundnahrungsmitteln basieren

 
Aktion der Welthungerhilfe und anderer Organisationen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln

"Wir freuen uns, dass die intensiven Gespräche mit uns und anderen Organisationen zu dieser Entscheidung bei der Commerzbank geführt haben. Nun sollten auch andere Finanzinstitute ihre Anlagepolitik zügig überdenken", betont Dr. Wolfgang Jamann, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe.

Die Welthungerhilfe hatte bereits im März 2011 im Rahmen einer Studie mit der Hochschule Bremen nachgewiesen, dass schätzungsweise 15 Prozent der Preisanstiege für Getreide im Jahr 2008 durch das Engagement der Kapitalanleger auf den Terminmärkten verursacht worden sind und die Commerzbank als sehr aktiven Anbieter von Finanzderivaten genannt.

Die enormen Preissteigerungen haben besonders für die Menschen in Entwicklungsländern verheerende Folgen. Sie geben oft die Hälfe ihres monatlichen Einkommens für Nahrungsmittel aus. Jeder Verteuerung von Weizen oder Mais bedeutet, dass Familien ganze Mahlzeiten streichen und die Fehl- und Unterernährung bei Kindern dadurch zunimmt.

Auch die Weltbank geht davon aus, dass aufgrund der Preisexplosion bei Nahrungsmitteln allein im zweiten Halbjahr 2010 zusätzlich 44 Millionen Menschen verarmten und sich nicht ausreichend Nahrungsmittel kaufen konnten. Gemeinsam mit anderen Hilfs- und Kampagnenorganisationen hatte die Welthungerhilfe im April diesen Jahres unter dem Motto "Mit Essen spielt man nicht" die europäischen Finanzminister dazu aufgerufen, den maßlosen Spekulationen mit Nahrungsmitteln einen Riegel vorzuschieben.



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