Welthungerhilfe im Sudan: Arbeit war erfolgreich - trotz schwieriger Situation

Flüchtlinge in Darfur, Sudan. © DWHH
Die Arbeit der Welthungerhilfe und anderen Hilfsorganisasitionen in Darfur war in den vergangenen Jahren trotz der schwierigen Bedingungen erfolgreich: Die Unterernährung wurde seit Mitte 2004 halbiert, wodurch die Sterblichkeitsrate der Menschen erheblich sank. Dreiviertel der Darfurer haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch es gibt nach wie vor viele Schwierigkeiten: Insgesamt sind vier Millionen Menschen vom Bürgerkrieg betroffen. Die Zahl der Flüchtlinge steigt stetig. In den letzten Monaten mussten mehr als 250.000 Menschen ihre Dörfer verlassen, zum Teil zum wiederholten Mal.

Flüchtlinge suchen Schutz vor
der Sonne unter einem Baum.
© DWHH
Viele Kämpfe, großes Leid
Seit April 2004 ist der Zugang zu den Bedürftigen immer schlechter geworden. 1,3 Millionen leben in Nord Darfur, wo die Welthungerhilfe tätig ist. Von den rund 489.000 Bedürftigen im Projektgebiet konnten ca. 194.000 wegen Kampfhandlungen nicht regelmäßig mit Nahrungsmitteln erreicht werden. Deshalb verteilt die Welthungerhilfe größere Rationen in sicheren Zeiten, damit die Menschen auch noch über Nahrungsmittel verfügen, wenn kein Zugang zu ihnen besteht.

Kämpfe verhindern oft
einen Zugang zu den
Flüchtlingen. © DWHH
Gescheiteter Frieden
Seit Juli 2006 wurden in Darfur über 30 Angriffe auf UN- oder NGO-Gelände verübt, 12 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen kamen ums Leben. Durch diese Vorfälle mussten mehr als 400 Helfer in 31 Fällen von ihren Einsatzorten aus Sicherheitsgründen abgezogen werden. Das zeigt, dass das "Darfur Peace Agreement" (DPA) vom Mai 2006, ein Friedenvertrag zwischen einer Fraktion der Rebellengruppe "Sudan Liberation Movement" (SLM) und der sudanesischen Regierung, auf ganzer Linie gescheitert ist. Somit bleibt auch die Situation für Hilfsorganisationen nach wie vor unsicher.

Kinder vor Nahrungsmittel-
säcken. © DWHHNeue Chancen nutzen
Deutschland muss den EU-Ratsvorsitz nutzen, die EU-Mitgliedsländer zu einer einheitlichen, starken Position im Hinblick auf Darfur zu bewegen. China liefert noch immer Waffen an die sudanesische Regierung. Auf diplomatischem Weg sollte das Land bewegt werden, sich für die Umsetzung des Friedensvertrags einzusetzen.
Politisch und wirtschaftlich muss Druck auf die Nachbarländer Tschad, Libyen und Eritrea ausgeübt werden, die die Rebellen mit Waffen versorgen. Die Konfliktparteien könnten durch das Angebot der internationalen Gemeinschaft zur Wiederaufbauhilfe motiviert werden, den Frieden dauerhaft zu sichern.

Die Not ist groß in Darfur.
© DWHHNicht die Augen verschließen
Die Welthungerhilfe hat zusammen mit kirchlichen Organisationen einen Brief an den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, geschrieben mit der Bitte, sich für eine Lösung der Krise einzusetzen und auf einen Friedensprozess zu drängen. Dafür müssen die Vereinten Nationen, die Afrikanische Union und die Arabische Liga sowie andere Beteiligte der internationalen Gemeinschaft sich zurück an den Verhandlungstisch setzen und dort mit einer klaren, abgestimmten Position
auftreten.
(Stand: April 2007)
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Welthungerhilfe im Sudan
Die Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan in den Provinzen Nord-Darfur, West Kordofan und Unity State tätig. In Nord-Darfur versorgt sie 485.000 Menschen mit Lebensmitteln, in Unity State 185.000. Weitere Projektschwerpunkte sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.
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