Hunger und Armut sind weiblich
Zahlen, Daten, Fakten

Jungen und Mädchen lernen gemeinsam im
indischen Sarwan. © Boethling"Frauen wollen nicht nur die Hälfte des Himmels, sondern auch die Hälfte der Erde und das täte allen Menschen gut". So fasst die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, das Thema prägnant zusammen. Kein Zweifel: Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Eines wird jedoch in der Regel übersehen: Die Chancengleichheit beider Geschlechter spielt auch eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Armut und Hunger. Erstmals wird daher im Welthunger-Index 2009 der Zusammenhang zwischen fehlender Geschlechtergerechtigkeit und Hunger aufgezeigt. 
In Entwicklungsländern
leisten Frauen zwar den
Großteil der Feldarbeit, das
Land gehört ihnen jedoch
meist nicht. © KlammerFrauen und Armut
Mehr als 70 Prozent der 1,4 Milliarden Armen der Welt sind Frauen. Als extrem arm gilt, wer mit weniger als 1,25 Dollar am Tag auskommen muss. (Quelle: Weltbank)
In Entwicklungsländern werden bis zu 80 Prozent der Grundnahrungsmittel von Frauen produziert. Aber nur 10 Prozent der Anbauflächen gehören Frauen. Weniger als zwei Prozent besitzen Bodenrechte. (Quelle: BMZ)
Frauen und Bildung
Weltweit gibt es 774 Millionen Analphabeten, 64 Prozent davon sind Frauen. 78 Prozent der Mädchen in Entwicklungsländern gehen heute immerhin zur Schule. (Quelle: UNESCO)
Bis zum Jahr 2005 setzten nur 59 von 181 Ländern die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen in der Grund- und Sekundarbildung um. (Quelle: UNESCO)
Frauen und Gesundheit
Jedes Jahr sterben mehr als eine halbe Millionen Frauen an den Folgen häufiger Schwangerschaften und mangelnder medizinischer Betreuung bei der Geburt. (Quelle: WHO)
In Kenia verbrauchen Frauen bis zu 85 Prozent ihres täglichen Kalorienbedarfs allein beim Wasserholen für die Familie.
Frauen und Politik
Im März 2009 lag die Anzahl der weiblichen Regierungschefs (Staatschefin oder Regierungschefin) weltweit bei 15. Nur etwa 17,9 Prozent aller Parlamentsmitglieder sind Frauen. (Quelle: UN)
Der Anteil von Frauen in Führungsposition in Wirtschaft und Verwaltung liegt bei etwa 14 Prozent. (Quelle: UN)
Frauen in der Projektarbeit der Welthungerhilfe
Unabhängige Gutachter prüfen regelmäßig den Erfolg der Projekte der Welthungerhilfe. Eine Auswertung von 42 Projekten in den Jahren 2006/2007 zum Thema Geschlechtergerechtigkeit hat ergeben: In 83 Prozent der Projekte konnten positive Effekte auf die Lebenssituation von Frauen nachgewiesen werden.
Die Wirkungen waren:
- Arbeitserleichterung zum Beispiel durch einen Brunnen in der Nähe. Dies bedeutet mehr Kraft und Energie für andere Tätigkeiten
- Mehr und bessere Nahrungsmittel für Frauen und ihre Kinder zum Beispiel durch Ernährungsberatung und Gemüseanbau
- verbesserte Gesundheitssituation durch sauberes Trinkwasser und Gesundheitsstationen
- höheres Einkommen durch Kreditfonds, Handwerkszentren und die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.
Diese Wirkungen konnten auch "Ex post", also auch nach Abschluss der Projektmaßnahmen nachgewiesen werden. Es gibt zahlreiche Projektbeispiele, die diese Wirkung illustrieren. (Quelle: Welthungerhilfe)
Die Woche der Welthungerhilfe 2009
Eröffnung der "Woche": Ansprache des Bundespräsidenten
Die Hilfsprojekte
Indien Projektinformation: Bildung für eine bessere Zukunft in Sarwan
Mehr Informationen
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"Auf die Frauen kommt es an" - Die Woche der Welthungerhilfe 2009
