Desertifikation

Wüstenort Raz-El-Ma in Mali am Südrand
der Sahara. © KaufholdDesertifikation ist der von unangepasster Nutzung verursachte Verlust der Bodenfruchtbarkeit in Gebieten mit trockenem oder halbtrockenem Klima. Solche Gebiete machen rund zwei Fünftel der Landfläche der Erde aus. Davon sind über zwei Drittel - mehr als dreimal die Fläche Europas - mit über einer Milliarde Menschen allein im ländlichen Raum von Desertifikation bedroht.
Häufige Ursachen sind ein zu hoher Viehbestand, besonders (in Afrika), unsachgemäße Bewässerung mit der Folge der Bodenversalzung (zum Beispiel in Teilen Chinas und Indiens), Abholzung und Übernutzung von Böden in Verbindung mit hohem Bevölkerungswachstum (etwa in Äthiopien) sowie große Monokulturen (wie beim Soja-Anbau in Brasilien). Als Folge geht die Vegetation zurück, die Böden speichern weniger Wasser, sie versalzen oder versanden, Sandstürme und Bodenabtrag nehmen zu.
In Afrika und Asien leben rund ein Fünftel der Bevölkerung in von Desertifikation bedrohten Gebieten, in Südamerika knapp ein Drittel. Auch Industrieländer sind betroffen, etwa Südeuropa, Australien und der Süden der USA. Die Bekämpfung der Desertifikation trägt zur Minderung der Armut bei und umgekehrt.
Die "Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation" von 1994 sieht nationale Aktionspläne gegen Wüstenbildung in den betroffenen Ländern vor. Sie schafft aber keinen Fonds, aus dem internationale Hilfe dafür bereitgestellt werden könnte. Die Konvention geht auf die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung zurück, ihr Sekretariat sitzt in Bonn.
