Bärbel Dieckmann ist neue Präsidentin der Welthungerhilfe
Klaus Töpfer Stellvertreter – Mitgliederversammlung vollzieht Strukturreform
Bärbel Dieckmann wurde zur neuen Präsidentin
der Welthungerhilfe gewählt. © Jungeblodt/WHHDie Mitgliederversammlung der Welthungerhilfe wählte im November 2008 in Berlin ein neues ehrenamtliches Präsidium. Präsidentin ist Bärbel Dieckmann, die bis zum Sommer 2009 Oberbürgermeisterin von Bonn war, ihr Stellvertreter Klaus Töpfer, der frühere Bundesumweltminister und ehemalige Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP. Die damalige Vorstandsvorsitzende, Ingeborg Schäuble, kandidierte nach zwölf Jahren nicht mehr. Außerdem wurden in das siebenköpfige Gremium neu gewählt: Hartwig de Haen, bis 2005 beigeordneter Generaldirektor der FAO, sowie Prälat Stephan Reimers, Bevollmächtigter des Rates der EKD.
"Ich habe großen Respekt vor der Leistung von Ingeborg Schäuble und empfinde die Übertragung der neuen Aufgabe als große Auszeichnung", sagte Dieckmann. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Menschen überall auf der Welt ein selbstbestimmtes Leben führen können." Dieckmann hat sich in 14 Jahren als Oberbürgermeisterin von Bonn, in der verschiedene UN-Institutionen und viele Nichtregierungsorganisationen ihren Sitz haben, stets auch für entwicklungspolitische Ziele eingesetzt, etwa mit kommunalen Entwicklungspartnerschaften.
Die Welthungerhilfe ist ein Verein, die Mitglieder sind seit der Gründung in den sechziger Jahren wichtige Institutionen des öffentlichen Lebens wie die Bundestagsfraktionen, Verbände und Kirchen. Mit der Neuwahl war eine Strukturreform verbunden. Ein ehrenamtliches Präsidium setzt die strategischen Leitlinien für die Projektarbeit, bewilligt das Budget und kontrolliert den sorgsamen Umgang mit Spenden und öffentlichen Geldern. In der ersten konstituierenden Sitzung im Dezember 2008 wurde ein dreiköpfiger hauptamtlicher Vorstand eingesetzt, der für alle Entscheidungen der täglichen Arbeit verantwortlich ist. Zuvor war ein ehrenamtlicher Vorstand für alle Entscheidungen verantwortlich.
Vorausgegangen war eine intensive Untersuchung der Strukturen und Prozesse innerhalb der Welthungerhilfe. Die Unternehmensberatung McKinsey hat daran drei Monate lang zusammen mit einem Projektteam aus sechs Mitarbeitern der Welthungerhilfe pro bono gearbeitet. "Wir haben die Welthungerhilfe dabei unterstützt, künftig noch leistungsfähiger zu sein, um mehr, besser und schneller helfen zu können", beschreibt Hajo Riesenbeck, Direktor im Düsseldorfer Büro von McKinsey, das Engagement der Unternehmensberatung.
Die Tätigkeit der Welthungerhilfe hat sich mit den Jahren stark ausgeweitet. Sie ist heute eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. 2008 liefen in 46 Ländern auf drei Kontinenten 291 Projekte. Im Jahr 2007 standen dafür 135,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der Umstrukturierung waren zahlreiche weitere Maßnahmen verbunden. Neue Prozesse etwa im Controlling stellen auch in Zukunft sicher, dass Gelder transparent und effektiv eingesetzt werden. Außerdem werden mehr Kompetenzen in die Außenbüros in den Projektländern verlagert.
Bärbel Dieckmann
Lebenslauf von Bärbel Dieckmann
"Ich halte Bildung für den Schlüssel zur Entwicklung". Interview mit Bärbel Dieckmann (Januar 2009)
Videoservice: Bärbel Dieckmanns erste Reise mit der Welthungerhilfe (Juli 2009)
Bildergalerie: Bärbel Dieckmann in Äthiopien (Juli 2009)
Statement von Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, zur Finanzkrise (Juni 2009)
Audio-Service: Bärbel Dieckmann spricht über ihr neues Amt bei der Welthungerhilfe (27.11.2008)
Pressemitteillung: Bärbel Dieckmann ist neue Präsidentin der Welthungerhilfe
Mitgliederversammlung wählt neues Präsidium der Welthungerhilfe in Berlin (27.11.2008)
Ingeborg Schäuble beendet ihr Ehrenamt bei der Welthungerhilfe (09.09.2008)
