Präsidentin der Welthungerilfe zu Gast bei Anne Will

Das sagte Bärbel Dieckmann beim Fernsehauftritt

 

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe
Bärbel Dieckmann.

Weitere Ausschnitte aus dem Gespräch zwischen Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann und Moderatorin Anne Will:

 

Anne Will: Frau Dieckmann, wie erklären Sie sich die Spendenzurückhaltung?

 

Bärbel Dieckmann: Es gab mehrere Gründe. Der eine war, dass es eine schleichende Katastrophe war. Es war nicht der eine Tag wie der Tsunami oder das Erdbeben in Haiti. Es kam langsam. Man braucht selbst ein paar Tage um zu realisieren, was da passiert.

Ich glaube aber auch, dass Pakistan ein uns fremdes Land ist. Ich bin selbst Anfang Juli auf einer Reise mit Minister Niebel dagewesen - Pakistan ist für mich ein Land mit vielen Widersprüchen. Wir nehmen es wahr als ein Land mit Korruption, als ein Land mit Militär-Regierungskonflikten, Taliban und  Rückzugsgebiet für Terroristen. Deshalb glaube ich, dass es richtig und gut ist, dass die Deutschen fragen: Kommen unsere Spenden an? Warum spenden wir?

 

Aber ich sage ausdrücklich: Der große Appell ist, dass die Deutschen spenden. Sie sind bereit, das zu tun, das haben sie in vielen Krisen und Katastrophen gezeigt. Wir müssen das auch in Pakistan tun, das ist eine unendlich große Katastrophe mit 20 Millionen Betroffenen. Und ich sage ihnen: Jedes Land der Welt, auch der bestorganisierte Staat wäre damit vollkommen überfordert. Ich sage mal New Orleans, USA. Da war es auch sehr kompliziert in einem wohlhabenden  Land. Und deshalb muss gelten, auch wenn wir Fragen haben, die wir aber beantworten sollten: Humanitäre Hilfe brauchen wir. Menschen in Not sind Menschen in Not, unabhängig davon, in welchem politischen System sie leben.

 

Anne Will: Können Sie garantieren, dass jeder Euro, der an die Welthungerhilfe oder an andere große Organisationen in Deutschland gespendet wird, nicht in die falschen Kanäle gerät?

 

Bärbel Dieckmann: Ja, denn wir geben das Geld nicht an die Regierung, sondern wir bringen selbst Hilfsmittel hin. Wir kaufen im Land ein oder in den umliegenden Ländern. Ganz bewusst auch um die Wirtschaft zu stärken. Es gibt eine Gruppe, in der die Organisationen mit Regierungsmitgliedern und mit den UN täglich entscheiden, wo wird was gemacht. Es gibt also eine ganz klare Kontrolle: Jeder Euro kommt an.

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 23.08.2010
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