Welthungerhilfe zu Doha / UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung

Entwicklungsfinanzierung muss Teil der globalen Finanzmarktreform werden

Zur Finanzmarktreform gehört auch die Finanzierung von Entwicklung. © Klau
Zur Finanzmarktreform gehört auch die
Finanzierung von Entwicklung. © Klau
(28. November 2008). Die Welthungerhilfe erhofft sich neue Impulse zur erfolgreichen Bekämpfung von Hunger und Armut durch die morgen in Doha beginnende UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung. Sechs Jahre nach dem ersten Treffen dieser Art in Mexiko sei es dringend notwendig, arme Menschen in Entwicklungsländern nicht zu den Verlierern des Finanzdesasters werden zu lassen, betont Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Welthungerhilfe. Mit Blick auf die Konferenz stellt die Welthungerhilfe drei Hauptforderungen:

1. An die Weltgemeinschaft: Ausbau der internationalen Finanz- und Steuerkooperation

Hans-Joachim Preuß: "Im Zuge der laufenden Verhandlungen auf G20-Ebene müssen die Entwicklungsländer in die Prozesse aktiv eingebunden werden. Sie leiden besonders unter den Auswüchsen des jetzigen Systems, etwa durch massive Kapitalflucht. Deshalb müssen Vereinte Nationen und Finanzinstitutionen wie IWF und Weltbank intensiv zusammen arbeiten." In diesem Zusammenhang sei es ein "beunruhigendes Signal", dass deren Präsidenten Robert Zoellick und Dominique Strauss-Kahn nach einem Bericht der Washington Post ihre Teilnahme in Doha abgesagt haben.

2. An die betroffenen Länder des Südens: Mobilisierung einheimischer Ressourcen

Preuß: "Auch die Entwicklungsländer sind gefordert: Neben der dringend notwendigen Entwicklung der ländlichen Räume müssen sie mehr Anstrengungen unternehmen, um einen leistungsfähigen Staat mit einem funktionierenden Steuersystem aufzubauen. Es reicht nicht aus, nur ein Schulgebäude zu bauen, sondern die Lehrer brauchen auch akzeptable und regelmäßige Gehälter."

3. An die Geberländer des Nordens: Einhaltung der bereits zugesagten Ziele bei der Steigerung der Entwicklungszusammenarbeit

Preuß: "Deutschland, die EU und andere Geberländer dürfen auf keinen Fall hinter die bereits beschlossenen Zusagen bei der staatlichen Entwicklungshilfe zurückfallen. Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, ihre Ausgaben bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern. Dieser Fahrplan muss – im Interesse der nachhaltigen Bekämpfung von Hunger und Armut – eingehalten werden."

 

© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz