Dominikanische Republik: Armut mindern und biologische Vielfalt im Nationalpark schützen

Jenseits der paradiesischen Strände ist die Lebenssituation der Bevölkerung der Dominikanischen Republik von Mangel gezeichnet. Die Ernährungslage ist schlecht, 25 Prozent der Dominikaner sind unterernährt. Die Grundbedürfnisse der Bevölkerung werden nur eingeschränkt befriedigt: Es fehlt an angemessenem Wohnraum, schulischer Bildung, Gesundheitsversorgung und sauberem Trinkwasser. Die Armut der Bevölkerung hat fatale Folgen für die Natur: Ein Drittel der Fläche des Inselstaates besteht aus Naturschutzgebieten, deren Flora und Fauna durch die menschliche Nutzung zunehmend in Gefahr gerät.
Die Welthungerhilfe hat sich in der Projektregion deshalb zwei Ziele gesetzt:
Die Lebensbedingungen im Umfeld des wichtigsten Nationalparks der Insel nachhaltig zu verbessern und den Druck auf die natürlichen Ressourcen zu verringern.

Gemüseanbau im eigenen
kleinen Garten Nationalpark im Fokus
Das Projektgebiet in der Randzone des Nationalparks José Armando Bermúdez befindet sich in der Provinz Santo Rodriguez im Osten der Dominikanischen Republik. Gemeinsam mit der lokalen Organisation Centro Naturaleza unterstützt die Welthungerhilfe rund 1.500 Familien in 65 dörflichen Gemeinden dabei, durch nachhaltige Landnutzung ihre Armut zu verringern.
Die Bewohner der Region leben überwiegend von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Doch die Erträge reichen kaum aus, um die Familien ausreichend zu ernähren. Auch von staatlicher Seite erhält die Region nur wenig Unterstützung: Infrastruktur, Energieversorgung und Gesundheitswesen sind in den Bergen nur sehr schlecht ausgebaut. Die Folge: Um ihr Überleben zu sichern, versuchen die Bauern ihren Landbesitz auszuweiten. Mit negativen Auswirkungen auf die Vegetation des Schutzgebiets. Pflanzenvielfalt und Bodenqualität leiden unter dem zunehmenden Druck ihrer Nutzer, illegalem Holzeinschlag und frei laufenden Nutztieren.
Maßnahmen und Ziele
Zusammen mit der Bevölkerung setzen die Welthungerhilfe und das Centro Naturaleza vier Maßnahmen um:
Durch Forstparzellen wird
illegaler Holzeinschlag
eingedämmt. Zunächst wird gemeinsam ein Plan zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Projektgebiete erarbeitet. Darauf aufbauend soll eine gut ausgebildete lokale Organisation die Nutzung des Landes in der Umgebung des Nationalparks überwachen und regeln. Die hierzu notwendigen theoretischen Kenntnisse vermitteln entsprechende Kurse und Workshops.
Auch im Bereich der Land- und Forstwirtschaft werden Fortbildungen angeboten. Durch höhere Erträge mittels neuer Techniken der nachhaltigen Landwirtschaft soll die Ernährung der Bevölkerung sichergestellt werden. Gemüsegärten werden aufgebaut und gewährleisten damit eine gesündere Kost. Um den illegalen Holzeinschlag einzudämmen, werden Forstparzellen errichtet und bewirtschaftet. Tierhalter werden in der Waldweidewirtschaft unterrichtet. So tragen sie dazu bei, Flurschäden zu reduzieren, die durch freilaufende Tiere entstehen.
Das Projekt wird gleichzeitig auch mit der Landbevölkerung im Randbezirk von zwei Naturschutzgebieten in Kuba und Nikaragua durchgeführt. Da die Lebenssituation und deren Auswirkungen auf die Natur in den drei Projektgebieten vergleichbar sind, können sich die Beteiligten über nationale Grenzen hinweg über ihre Erfahrungen austauschen.
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Welthunger-Index 2009: Dominikanische Republik
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Weitere Informationen
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Projektnummer
ZAK 1008-07
Projektdauer
Juli 2007 bis Dezember 2010 (42 Monate)
Projektort
- Randzone des Nationalparks José Armando Bermúdez, Provinz Santiago Rodriguez
Schwerpunkte
- Armutsminderung
- Ressourcenmanagement
Finanzierung
- BMZ

