Druck auf Konfliktparteien in Darfur muss verstärkt werden

Frauen im Flüchtlingslager in Darfur. © DWHH
In Nord-Darfur regiert wieder die Gewalt. Mit Luftangriffen versucht die sudanesische Regierung, die aufständischen Rebellengruppen und kriminellen Banden zu kontrollieren. Der grausame Bürgerkrieg im Sudan dauert bereits seit Anfang 2003. Drei Millionen Menschen wurden bislang vertrieben; Tod, Hunger und Leid stehen an der Tagesordnung. "Das Friedensabkommen vor sechs Monaten zeigte keine Wirkung, die Situation im Land hat sich sogar noch verschlechtert," berichtet Johan van der Kamp, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe im Sudan.

Johan van der Kamp.
© DWHHKomplizierte Krise
"Der Druck der internationalen Gemeinschaft auf die Konfliktparteien zur Beilegung des Bürgerkrieges darf auf keinen Fall nachlassen. Eine Resignation gegenüber dieser komplizierten und langwierigen Krise wäre eine humanitäre Katastrophe", betont van der Kamp.
Auch im Hinblick auf die drohende Eskalation im Nachbarland Tschad muss dringend gehandelt werden. Dort haben sich die Angriffe der arabischen Reitermilizen von Darfur aus weiter ausgebreitet. Bei den Zusammenstößen im Osten des Tschad nahe der Grenze zum Sudan waren mehrere Hundert Menschen getötet worden. Die Regierung verhängte vor wenigen Tagen den Ausnahmezustand.
Neue Verhandlungen notwendig
"Alle Beteiligten müssen zurück an den Verhandlungstisch", fordert Welthungerhilfe-Mitarbeiter Jörg Heinrich. "Das Friedensabkommen muss neu verhandelt werden." Denn der brutale Konflikt erschwert auch die Arbeit von Hilfsorganisationen, die im Land dringend benötigt wird.

Verteilung von Nahrungs-
mittel. © DWHHDie Welthungerhilfe verteilt in Nord-Darfur seit Ausbruch des Bürgerkrieges Nahrungsmittel. Weiterhin unterstützt sie die vom Konflikt betroffenen Menschen beim Bau von Notunterkünften und stellt ihnen Decken und Kochutensilien zur Verfügung. Um die Basisausbildung der Kinder in den Flüchtlingslagern zu sichern, hilft die Welthungerhilfe beim Aufbau von temporären Klassenräumen.
(Stand: November 2006)
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Die Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan in den Provinzen Nord-Darfur, West Kordofan und Unity State tätig. In Nord-Darfur versorgt sie 485.000 Menschen mit Lebensmitteln, in Unity State 185.000. Weitere Projektschwerpunkte sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.
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