Drohende Dürre in Afghanistan: Kein Regen bis zum Winter - Lage spitzt sich zu

Aktuelle Bilder zur Dürre in Afghanistan (Juli 2008)

Auf dem Weg zur nächsten Wasserstelle: Ein junger Mann transportiert gelbe Wasserkanister mit einer Schubkarre. © WHH
Auf dem Weg zur nächsten Wasserstelle: Ein
junger Mann transportiert gelbe Wasserkanister
mit einer Schubkarre. © WHH
Die Auswirkungen der Dürre in sieben Provinzen im Nordwesten Afghanistans nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Der nahezu vollständige Verlust der diesjährigen Getreidernte führt zu einem dramatischen Einkommensausfall der von der Dürre betroffenen Kleinbauern. Um den Zukauf von Nahrungsmitteln zu ermöglichen, sind sie gezwungen, ihr Vieh zu verkaufen - ihre "Lebensversicherung". Diese Notverkäufe lassen den Viehpreis immer weiter sinken. 

Im Gegensatz dazu haben sich die Preise für Nahrungsmittel in den letzten Monaten verdreifacht. In der Regel sind es teure Importe aus den Nachbarländern Pakistan und Kasachstan, die bis jetzt noch auf den lokalen Märkten zu erhalten sind.

Betroffen sind vor allem die Provinzen Jovzjan und Faryab, in denen die Bevölkerung in diesem Jahr bereits unter einem extrem harten Winter gelitten hat. Schon im Frühjahr erreichten hier die Temperaturen vielerorts die 45°C-Marke. Kälte und Hitze haben sich fast übergangslos abgewechselt. Mit Regen kann bis zum kommenden Winter nicht gerechnet werden.   

Die Welthungerhilfe bereitet derzeit ein Cash-for-work-Projekt für die betroffenen Regionen vor. Mit der Maßnahme soll der Einkommensausfall der Menschen durch die Dürre kompensiert werden. Die Welthungerhilfe plant, rund 10.000 Familien zu unterstützen und vor den Folgen der sich zuspitzenden Dürrekatastrophe zu bewahren.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 21.07.2008
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