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Ebola in Liberia

Ebola-Kliniken aus Bambus in Liberia

Welthungerhilfe und USAID nutzen lokale Materialien für den Bau von vier neuen Behandlungszentren gegen Ebola. Mit Erfolg!

Chef-Konstrukteur Daniel Dined freut sich über die neuen Ebola-Behandlungszentren in Zwedru.
Chef-Konstrukteur Daniel Dined freut sich über die neuen Ebola-Behandlungszentren in Zwedru. © Carol Han/USAID
Die ingesamt vier Ebola-Treatment Units in Zwedru konnten mithilfe von Spenden der Welthungerhilfe in Kooperation mit USAID errichtet werden.
Die ingesamt vier Ebola-Treatment Units in Zwedru konnten mithilfe von Spenden der Welthungerhilfe in Kooperation mit USAID errichtet werden. © Jacob
Die Projektmitarbeiter verbauten vor allem Holz und Bambus für die Ebola-Behandlungszentren.
Die Projektmitarbeiter verbauten vor allem Holz und Bambus für die Ebola-Behandlungszentren. © Jacob
Für den Bau der Ebola-Behandlungszentren wurde eine große Menge Baumaterial und viele helfende Hände benötigt.
Für den Bau der Ebola-Behandlungszentren wurde eine große Menge Baumaterial und viele helfende Hände benötigt. © Jacob
Endlich geschafft! Projektmanager Thomas tenBoer und sein Team wurden beim Bau der Ebola-Behandlungszentren vor viele Herausforderungen gestellt.
Endlich geschafft! Projektmanager Thomas tenBoer und sein Team wurden beim Bau der Ebola-Behandlungszentren vor viele Herausforderungen gestellt. © Jacob

 

Der Gedanke an den Besuch eines Ebola-Behandlungsraums löst sicherlich kein angenehmes Gefühl aus. Weiße, kahle Wände und aufgeheizte Räume voller Personen, vermummt in Schutzanzügen. Doch in Zwedru, 500 Kilometer von Liberias Hauptstadt Monrovia entfernt, wirkt auf den ersten Blick alles anders. Hier errichtet die Welthungerhilfe gemeinsam mit USAID insgesamt vier Ebola Treatment Units (ETU) – Behandlungszentren für Ebola-Infizierte.

Die Hitze ist gefährlich für Ebola-Patienten

In Liberia steigt die Temperatur regelmäßig über 30 Grad – und in einem üblichen Behandlungszelt wird es dann so richtig heiß. Unangenehm für die Mitarbeiter unter ihren Ebola-Schutzanzügen, aber vor allem gefährlich für die Patienten: hoher Flüssigkeitsverlust schwächt ihre infizierten Körper noch weiter. Bambus als Baumaterial zu verwenden, hat somit viele Vorteile, erklärt Projektmanager Thomas tenBoer:

  • Die Schilfrohre sind hohl, dadurch absorbieren sie die Hitze.
  • Das schafft ein angenehmes Klima für die Patienten und bewahrt sie vor der Dehydrierung.
  • Für die Klinikmitarbeiter, die aus Sicherheitsgründen viele Schichten Schutzkleidung tragen müssen, ist es ebenfalls eine große Erleichterung.

Aber neben diesen Aspekten spielen noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. So stellten die Straßenverhältnisse in Liberia Thomas tenBoer und sein Team vor viele Herausforderungen. "Wir haben die gesamten Zementvorräte in Südost-Liberia aufgekauft, aber es reichte nicht. Wir mussten weitere Vorräte vom US-Militär einfliegen lassen“, berichtet tenBoer. Umso besser ist es, dass für den Bau der Ebola-Behandlungszentren lokale Materialien wie Holz und Bambus bevorzugt eingesetzt werden. Das hält die Kosten gering und unterstützt gleichzeitig die einheimische Wirtschaft.

Cash for Work: Arbeit für mehr als 260 Bewohner aus Zwedru

Die Bauarbeiter kommen alle aus der Region, viele Hilfsarbeiter konnten für den Bau angelernt werden. Für viele Familien in der Region war dieses Einkommen überlebenswichtig. Seit dem Ausbruch von Ebola und aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen konnten viele Menschen ihren Jobs nicht nachgehen, ihre Felder kaum bestellen – lokale Märkte blieben geschlossen. Für die ohnehin arme Bevölkerung eine zusätzliche finanzielle Belastung!

Für eine Zukunft nach Ebola

Wichtig ist auch, betont Projektmanager Thomas tenBoer, dass die Gemeinde in den Bau-Prozess involviert ist und davon profitiert – Perspektiven für die Zukunft nach Ebola scheinen sichtbar. Für Chef-Konstrukteur Daniel Dined war der Bau auch eine persönliche Mission. „In den letzten Jahren habe ich für viele humanitäre Hilfsorganisationen gearbeitet und konnte Menschen helfen“, sagt Dined. „Für mein eigenes Land zu arbeiten, ist jedoch zu meinem Hauptanliegen geworden.“

Auch wenn der Bau der Ebola-Behandlungszentren ein großer Erfolg ist, so hoffen doch alle Beteiligten, dass bald kaum noch neue Ebola-Patienten hier behandelt werden müssen. Dann sollen die Gebäude als Schulen oder Krankenstationen weiter genutzt werden.

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