Ebola zerstört wirtschaftliche Entwicklung

Sierra Leone: Ebola zerstört wirtschaftliche Entwicklung

"Die landwirtschaftliche Produktion muss so schnell wie möglich wieder stimuliert werden"

(16.10.2014) Die notwendigen Maßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung von Ebola in Sierra Leone haben massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. „Investoren kürzen oder verschieben geplante Investitionen, ausländische Unternehmen ziehen sich aus dem Land zurück“, sagt Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe, „Die Region wird zunehmend von internationalen Märkten isoliert und staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit beeinträchtigen den Handel.“

Frau im unter Quarantäne stehenden Ort Moyamba Junction. © Pilar
Frau im unter Quarantäne stehenden Ort Moyamba Junction. © Pilar
Die Welthungerhilfe verteilt Lebensmittel in Kenema. Da in einigen Ha?usern Menschen an Ebola erkrankt sind, stehen 26 Gebäude in diesem Wohnblock unter Quaranta?ne. © Pilar
Die Welthungerhilfe verteilt Lebensmittel in Kenema. Da in einigen Ha?usern Menschen an Ebola erkrankt sind, stehen 26 Gebäude in diesem Wohnblock unter Quaranta?ne. © Pilar

Die wöchentlichen Zementverkäufe der Bauindustrie sind seit Januar um 60% gefallen. Bars, Restaurants und viele Märkte haben derzeit geschlossen. Die durchschnittlichen Belegungsraten von Hotels sind seit dem Ausbruch der Krise von über 60% auf 13% gesunken. Die Ankünfte von Fluggästen am internationalen Flughafen von Freetown sind von über 6.000 im Januar auf 2.000 im August 2014 runter gegangen.

In Sierra Leone sind derzeit 7.000 Schulen geschlossen. 1,6 Millionen Schulkinder sind davon betroffen. Viele Schüler verlieren dadurch den Zugang zur Schulspeisung. Die Preise für Nahrungsmittel steigen drastisch. Zwischen März und August 2014 verteuerte sich der Preis für Fisch um 40%, Maniok um mehr als 50%, Palmöl um über 20% und Reis um 13%. 

„Die landwirtschaftliche Produktion muss so schnell wie möglich wieder stimuliert werden: Eine baldige Aufhebung nicht-essentieller Beschränkungen würde dem herrschenden Arbeitskräftemangel entgegenwirken und Kleinbauern ermutigen, ihre Felder zu bestellen. Maßgeschneiderte Förderprogramme müssen die Selbsthilfefähigkeit der ländlichen Bevölkerung stärken“, sagt Jamann. 

Eine aktuelle Zusammenfassung der Auswirkungen von Ebola erhalten sie unter www.welthungerhilfe.de/ebola

Bericht: Die nicht-medizinischen Auswirkungen der Ebola-Krise in Sierra Leone

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.350 Projekte in 70 Ländern mit 2,66 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

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