Ecuador: Klimaschutz konkret - Erhalt von Biosphärenreservaten im Amazonasgebiet

Die fortschreitende Vernichtung des Amazonaswaldes beunruhigt die Menschen weltweit. Der Wald ist wegen der hier liegenden Bodenschätze sowie durch Infrastrukturprojekte bedroht. Die Bewohner der Waldgebiete betreiben traditionell Brandrodung für den Wanderfeldbau und leben auch vom Holzeinschlag. Sie haben keine alternativen Einkommensmöglichkeiten. Die lokalen Behörden haben oft nur begrenzte Kenntnisse über das Management des Schutzgebiets, zudem fehlen ihnen Personal und Gelder.
Der Yasuni Nationalpark in Ecuador ist – ebenso wie der Nationalpark Manu in Peru – von der UNESCO zu Biosphärenreservaten deklariert worden, denn er wirkt als wichtiger Klima- und Artenschützer. Die Welthungerhilfe will hier gemeinsam mit ihren Partnern HIVOS und CESVI die Voraussetzungen für die Anwendung des REDD-Mechanismus schaffen. REDD steht für Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung – und die Entwaldung ist derzeit für rund 17 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Die Grundidee des REDD-Ansatzes ist, dass die Wälder als Kohlenstoffspeicher fungieren. Diesem gespeicherten Kohlenstoff wird ein wirtschaftlicher Wert beigemessen. Damit kann der Erhalt der Wälder in wirtschaftliche Entscheidungen mit einbezogen werden.

- Die Bewohner des Amazonaswaldes lernen den Anbau von neuen Feldfrüchten.
Das Projekt will zeigen, dass eine erfolgreiche lokale Entwicklung, nachhaltige Forstwirtschaft, der Erhalt der Biodiversität und der Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Die Aktivitäten der Welthungerhilfe und ihrer Partner richten sich an die rund 1000 Familien im grenzüberschreitenden Projektgebiet – Ecuador und Peru - sowie die lokalen Regierungen und Verwaltungen der Schutzgebiete beider Nationalparks.
Es werden Baumschulen angelegt, um den Menschen zu zeigen, wie sie ihre Lebensgrundlage und das Ökosystem erhalten können. Durch Feldtage zur Forstwirtschaft lernen die Menschen wie sie den Wald nachhaltig bewirtschaften können und einheimische Baumarten wie Mahagoni, Zeder und Nussbaum wiederanpflanzen. Die Familien werden mit Setzlingen für Obstsorten wie Bananen und Ananas und Saatgut für Mais, Bohnen und Reis versorgt. So können sie ihre Nahrungsvielfalt erweitern und Monokulturen vermeiden.
Damit sich das Bewusstsein für den Erhalt des Waldes ändert und der REDD-Ansatz bekannt wird, nehmen die Einwohner der Nationalparks an Workshops und Kursen teil. Auch für die Akteure aus den Lokalverwaltungen und dem Management des Schutzgebietes werden Weiterbildungskurse angeboten, um die Mechanismen des REDD kennen- und nutzen zu lernen. Denn nur wenn alle gemeinsam und geschlossen handeln, kann der Amazonaswald gerettet werden.
Welthunger-Index 2011: Ecuador
Weitere Informationen über Ecuador.
Projektnr.
ECU 1031 - 10
PER 1106 - 10
Projektlaufzeit
01.11.2010 - 30.04.2015
Projektorte
Peru: Region Cuzco
Ecuador: Provinz Orellana
Projektpartner
HIVOS
CESVI
Schwerpunkte
Ressourcenmanagement
Kofinanzierung
Europäische Kommission
