Welthungerhilfe begrüßt Ergebnisse der Geberkonferenz für Haiti – deutsche Rolle unzureichend

Frauen und Männer packen tatkräftig bei der Beseitigung des Schutts mit an - "Cash for work". © Aberle
Frauen und Männer packen tatkräftig bei der
Beseitigung des Schutts mit an - "Cash for
work". © Aberle
(01.04.2010). Die Welthungerhilfe begrüßt die Ergebnisse der Geberkonferenz für Haiti.

Stellungnahme von Generalsekretär Wolfgang Jamann:

"Die internationale Gemeinschaft hat ein starkes Signal gesetzt, Haiti langfristig zu unterstützen. Sicher auch im eigenen Interesse, denn ein instabiles Haiti, wo Menschenschmuggel und Drogenhandel blühen, schadet auch anderen Staaten, vor allem Amerika."

"Wichtig ist, dass die Hilfe ein Projekt der Haitianer bleibt, und nicht Amerikas. Es ist gut, dass mit Ex-Präsident Bill Clinton ein Vertreter der Gebergemeinschaft in der Kommission zur Kontrolle der Spendengelder sitzt. Aber letztlich muss die Hilfe der haitianischen Bevölkerung zugute kommen. Deshalb ist es erforderlich, dass haitianische Nichtregierungsorganisationen dabei unterstützt werden, die Interessen der Bevölkerung im weiteren Prozess zu vertreten. Wir brauchen einen funktionierenden Staat, aber auch die Entwicklung der Landwirtschaft und der Zivilgesellschaft."

Die deutsche Beteiligung an der Haiti-Hilfe wertet die Welthungerhilfe als "business as usual". Generalsekretär Jamann:

"Die zugesagten 39,4 Millionen Euro sind Mittel, die ohnehin schon im Etat der Bundesregierung vorgesehen war, keine Sondermittel. Ein Teil, 17 Millionen Euro, kommt aus den Titeln des Auswärtigen Amtes und des BMZ für Katastrophenhilfe, der Rest war ohnehin für Haiti oder andere Länder vorgesehen. Im Rahmen der Europäischen Union steht Deutschland an vierter Stelle. Damit ist klar, dass die Bundesregierung in der Haiti-Hilfe keine nennenswerte Rolle spielen wird."

Die Welthungerhilfe hat ein  Fünf-Jahres-Programm für Haiti aufgelegt, das
zurzeit einen Umfang von rund 20 Millionen Euro hat. Damit werden
weiterhin Nothilfemaßnahmen finanziert sowie sogenannte "Cash-for-work"-Programme. Außerdem werden Projekte im Norden des Landes finanziert, wohin sich 600.000 durch das Erdbeben obdachlos gewordene Menschen geflüchtet haben.



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