Fachkonzepte und Orientierungsrahmen der Welthungerhilfe
Mikrofinanzdienstleistungen in der Entwicklungszusammenarbeit
In Indien sparen Frauen gemeinsam für eine
bessere Zukunft. © BoethlingDas Mikrofinanzwesen ist seit einigen Jahren ein bedeutsames Thema in der Entwicklungszusammenarbeit. Auch in vielen Projekten der Welthungerhilfe spielen Finanzdienstleistungen eine wichtige Rolle. Ihre Bedeutung wird in Zukunft eher noch wachsen, wobei innovative Finanzdienstleistungen in Bereichen wie Geldtransfer, Versicherungen, Sparaktivitäten oder der sozialen Sicherung hinzukommen. Der Zugang unserer Zielgruppe, der ländlichen Armen, zu solchen Finanzdienstleistungen ist für einen nachhaltigen Entwicklungsprozess unerlässlich.
Der Orientierungsrahmen Mikrofinanz gibt einen Überblick über das komplexe Thema und zieht den konzeptionellen Rahmen unserer Arbeit. Um in unseren Projekten einen für die Zielgruppe wirksamen Beitrag von Mikrofinanzdienstleistungen zu erreichen, liefert er praktisches Handwerkszeug und ein Entscheidungsinstrument für Projektförder. Nicht zuletzt dient er der interessierten Öffentlichkeit zur Information über die Position und Grundlagen der Arbeit der Welthungerhilfe.
Orientierungsrahmen Mikrofinanz:
Gender in der Entwicklungszusammenarbeit
Die UN-Weltfrauenkonferenz von 1995 hat mit der Aktionsplattform die Geschlechterperspektiven für das 21. Jahrhundert formuliert. Dennoch haben Frauen nach wie vor in den wenigsten Ländern der Welt die gleichen Möglichkeiten politischer und wirtschaftlicher Teilhabe wie Männer.
Bei Gender geht es darum, das in der Gesellschaft vorherrschende Verhältnis der Geschlechter und das Rollenverständnis von Frauen und Männern zu analysieren, die daraus resultierenden Hierarchien zu hinterfragen und geeignete Strategien zu deren Veränderung zu entwickeln. Die in dem Orientierungsrahmen enthaltenen Checklisten unterstützen die Anwendung der Genderperspektive bei der Planung, Durchführung und beim Monitoring von Projekten und Programmen.
Orientierungsrahmen Gender
Ernährungssicherung
1974 steckte sich die FAO das Ziel, dass "in 10 Jahren kein Mann, keine Frau und kein Kind mehr hungrig zu Bett gehen wird". Die Zahl der Unterernährten liegt heute weltweit bei 820 Millionen – angesichts dieser Zahlen und der wenig ermutigenden Prognosen bleibt die Ernährungssicherung eine der größten Herausforderungen für die Menschheit.
Das Fachkonzept gibt einen Überblick über die Ziele und Inhalte der von der Welthungerhilfe geförderten Projekte im Bereich der Ernährungssicherung. Die Programme bearbeiten die Ursachen von Ernährungsunsicherheit auf der Mikro- und Mesoebene und kommen unmittelbar der armuts- und ernährungsgefährdeten Bevölkerung zugute.
Fachkonzepte Ernährungssicherung
HIV/Aids
Allen Behandlungsmöglichkeiten zum Trotz bleibt HIV/Aids weiterhin eine tödliche Krankheit. Die Pandemie bedroht die Existenz ganzer Gesellschaften und hat, vor allem in Entwicklungsländern, kaum überschaubare soziale und ökonomische Langzeitfolgen. Die Welthungerhilfe stellt sich den daraus resultierenden Herausforderungen und nutzt die Möglichkeiten, präventiv und aktiv den Auswirkungen von HIV/Aids durch entsprechende Projektansätze zu begegnen.
Der Orientierungsrahmen verdeutlicht die Folgen der Pandemie in Entwicklungsländern und erläutert Ansätze und wichtige Elemente für die Gestaltung von HIV/Aids-Projektmaßnahmen der Welthungerhilfe. Er liefert sowohl eine Arbeitshilfe für die Projektplanung als auch grundlegende Informationen für die Fachöffentlichkeit.
Orientierungsrahmen HIV/Aids
Ländliche Entwicklung
Marginalisierte ländliche Regionen sind nach wie vor Produktionsstandort und Heimat des größten Teils der armen Bevölkerung in Entwicklungsländern.
Das Fachkonzept schildert die Grundsätze der Welthungerhilfe für die Förderung und Mitgestaltung von Projekten der ländlichen Entwicklung und ihre Anwendung sowie die Instrumente für ihre Planung und Gestaltung - z.B. Armutsbekämpfung, Nachhaltigkeit und Selbsthilfeorientierung.
Fachkonzept Ländliche Entwicklung
Partnerschaft für Entwicklung
Eine der zentralen Aufgaben der Welthungerhilfe ist es, nicht nur die Menschen auf dem Land, sondern auch in städtischen Problemregionen bei der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu unterstützen. Dabei setzt die Welthungerhilfe auf das Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe". Wo immer es möglich ist, wird daher mit einheimischen Partnerorganisationen zusammengearbeitet.
Der Orientierungsrahmen stellt das gemeinsame Verständnis der Welthungerhilfe und ihrer Partner über die Wesenselemente der Zusammenarbeit und die Grundzüge der Partnerschaften dar. Er beschreibt, wer unsere Partner sind, welche Rollen und Aufgaben sie wahrnehmen, welche Qualifikationsanforderungen wir an einen Partner stellen und welche Bedingungen an eine Partnerschaft geknüpft sind.
Orientierungsrahmen Partnerschaft für Entwicklung
Konfliktsensibles Handeln
In der überwiegenden Mehrzahl der Länder und Förderbereiche, in denen sich die Welthungerhilfe engagiert, spielt die Bewältigung von Konflikten unterschiedlichster Natur eine maßgebliche Rolle. Einerseits haben zum Ende des 20. Jahrhunderts Naturkatastrophen und innerstaatlich gewaltsam ausgetragene Konflikte deutlich zugenommen. Andererseits führt eine zunehmende Verknappung der Ressourcen, insbesondere beim Zugang zu Land und Wasser, vermehrt zu Konflikten.
Ein konfliktsensibles Handeln ist daher nicht allein in denjenigen Ländern und Regionen relevant, in denen aktuelle Konflikte gewaltsam ausgetragen werden, oder die sich in einer Post-Konfliktphase befinden. Es ist für die Arbeit der Welthungerhilfe in ihren Auslandsprogrammen generell und zunehmend wichtig.
Orientierungsrahmen "Konfliktsensibles Handeln"
Wirkungsorientierte Evaluation
Die Welthungerhilfe richtet seit einigen Jahren ihre Auslandsarbeit in Programm- und Partnerländern sowie ihre entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Inland zunehmend auf Wirkungen aus. Die verstärkte Wirkungsorientierung hat auch die Evaluationsarbeit beeinflusst. In der zweiten Auflage des Fachkonzepts "Wirkungsorientierte Evaluation der Arbeit der Welthungerhilfe" wird die wirkungsorientierte Evaluationsarbeit der Welthungerhilfe detailliert erläutert.
Darüber hinaus finden Sie im Fachkonzept zentrale Begriffsdefinitionen, Erläuterungen zu den Qualitätsstandards für Evaluation sowie unsere Leitlinien für die Durchführung externer Evaluationen. Das Fachkonzept richtet sich nicht nur an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Partner im In- und Ausland sondern auch an die breite Fachöffentlichkeit, die sich für das Thema wirkungsorientierte Evaluation interessiert.
Fachkonzept "Wirkunkungsorientierte Evaluationsarbeit"
Rehabilitation in der Auslandsarbeit
Seit den 90er Jahren engagiert sich die Welthungerhilfe vermehrt in Ländern und Regionen, die entweder Schauplatz gewaltsam ausgetragener Konflikte oder Opfer einer Naturkatastrophe geworden sind. Durch die längerfristige Präsenz vor Ort - sei es durch eigene Strukturen oder durch Partnerorganisationen - ist die Welthungerhilfe in der Lage, auf Krisen und Katastrophen schnell und in geeigneter Weise zu reagieren.
Maßnahmen der Rehabilitation erfolgen unter schwierigen Bedingungen. Sie erfordern eine umsichtige und sensible Projektplanung, die oft im Widerspruch zu dem bestehenden Zeit- und Handlungsdruck steht. Daher wird es umso wichtiger, dass Prinzipien und Standards berücksichtigt und die Erfahrungen der Welthungerhilfe aufbereitet werden.
Orientierungsrahmen Rehabilitation
Nothilfe für Opfer von Naturkatastrophen und gewaltsamen Konflikten
Die Welthungerhilfe leistet "Hilfe aus einer Hand". Dies bedeutet, dass die Organisation in der Nothilfe sowie in der Phase der Rehabilitation und der Entwicklungszusammenarbeit vor Ort ist, um die Menschen wirkungsvoll zu unterstützen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Naturkatastrophen und Konflikte und damit der Bedarf an Nothilfeleistungen weltweit spürbar zugenommen.
Der "Orientierungsrahmen Nothilfe" bildet die wichtigsten Tätigkeitsfelder der Welthungerhilfe auf dem Gebiet der Nothilfe ab und setzt den Rahmen für die Prinzipien und die Qualitätsstandards, zu deren Einhaltung sich die Organisation verpflichtet hat.
Fachkonzepte und Orientierungsrahmen zu folgenden Themen:
Mikrofinanzdienstleistungen in der Entwicklungszusammenarbeit
Gender in der Entwicklungszusammenarbeit
Ernährungssicherung
HIV/Aids
Ländliche Entwicklung
Partnerschaft für Entwicklung
Konfliktsensibles Handeln
Rehabilitation in der Auslandsarbeit
Nothilfe für Opfer von Naturkatastrophen und gewaltsamen Konflikten
