FAQ Erdbeben Haiti: Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen

 

1. Was tun Sie in der Katastrophenregion?

Die Welthungerhilfe ist seit 1974 in Haiti aktiv. Sie hat ein Büro in Port-au-Prince, das vom Erdbeben verschont geblieben ist. Alle unsere Mitarbeiter sind wohlauf. Ein Nothilfeteam aus Bonn unterstützt die Kollegen in Haiti. Vom Welthungerhilfe-Büro aus werden Hilfsmaßnahmen koordiniert. Wir leisten dabei Hilfe aus einer Hand: Als eine von wenigen Hilfsorganisationen vereint die Welthungerhilfe schnelle Nothilfe, Wiederaufbau und langfristige Entwicklungshilfe in ihrem Auftrag. Für die Soforthilfe hat die Welthungerhilfe spontan 100.000 Euro bereitgestellt. Betroffene werden mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Wasser, Zelten, Planen und Nahrungsmitteln versorgt. In der Dominikanischen Republik haben wir gemeinsam mit unseren Partnern bereits Öl, Reis, Bohnen und Salz für ca. 5.000 Menschen beschafft und in Haiti verteilt. Darüber hinaus werden von dort Decken, Planen, Kochgeschirr, Schaufeln und Hygieneartikel ins Krisengebiet gebracht. Die Welthungerhilfe arbeitet auch in Haiti mit erfahrenen Partnerorganisationen zusammen.

 

2. Wieso dauert es so lange, bis die Hilfe ankommt?

Hilfe kommt bereits an. Es gibt allerdings extrem erschwerte Bedingungen: Der Flughafen von Port-au-Prince ist ein Nadelöhr. Auch er wurde von dem Erdbeben schwer beschädigt. Es können keine großen Maschinen und auch immer nur eine begrenzte Anzahl landen. Flieger müssen warten, bis die Lande- und Startbahnen wieder frei sind. So kommt es schließlich zum Stau. Dann müssen die Hilfsgüter schließlich aus den Flugzeugen von Helfern herausgeholt, gelagert und weiter verteilt werden. Da auch der Seehafen von Port-au-Prince in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist die Versorgung per Schiffslieferungen nur bedingt möglich. Wichtige Straßen sind unpassierbar, weil sie von Trümmern oder auch Menschen versperrt sind. Ein großes Problem ist auch der Wegfall der UN-Sicherheitskräfte. Viele Mitarbeiter der Vereinten Nationen sind durch das Beben ums Leben gekommen. Helfer und Betroffene gehen bei den Verteilungen ein großes Sicherheitsrisiko ein. Auch dies erschwert die Versorgung. Inzwischen laufen die Verteilungen aber an. Die Vereinten Nationen haben bereits Nahrungsmittel für 200.000 Menschen bereit gestellt, die für 15 Tage reichen werden. Die geordnete Verteilung muss aber über eine gute Koordination erfolgen, um Chaos und Unruhe zu vermeiden.

 

3.  Warum verteilt die Welthungerhilfe ihre Hilfsgüter augenblicklich nur an Frauen?

Diese Entscheidung wurde gemeinsam mit unseren haitianischen Kollegen – Männer und Frauen - getroffen, nachdem es bei vorherigen Verteilungen zu Unruhen durch überwiegend jüngere, aggressive Männer gekommen war. Teilweise mussten Verteilungen sogar abgebrochen werden. Diese Erfahrung hat leider nicht nur die Welthungerhilfe in Haiti machen müssen. Unsere haitianischen Kollegen haben uns deshalb zugeraten, ab sofort nur noch an Frauen zu verteilen. Die Frauen erhalten die Versorgungspakete für die gesamte Familie, die natürlich immer auch Männer umfasst. Inzwischen wurden die so bedachten Familien auch befragt, ob die Art der Verteilung sinnvoll und richtig ist. Wir bekamen positive Rückmeldungen sowohl von den Frauen, als auch den Männern! In einer Notsituation ist es wichtig, dass alle im Vorfeld ausgewählten Familien bei einer Verteilung etwas bekommen, dass die Verteilung ruhig und geordnet abläuft und dass nicht das Recht des Stärkeren gilt. Die Hilfsorganisationen vor Ort tauschen sich in Abstimmungsrunden aus, besprechen die Orte, die Art und die Zeit der Verteilungen. Sicherheitspersonal wird zugeteilt.

 

4. Was kann ich tun, um zu helfen? Kommt meine Spende auch an?

Mit jeder noch so kleinen Spende leisten Sie einen großen Beitrag zur Soforthilfe und zur dringend notwendigen Erstversorgung sowie für den Wiederaufbau in Haiti. Der einfachste Weg ist ein Anruf bei der Welthungerhilfe. Unter 0228-2288-162 können Sie telefonisch eine Einzugsermächtigung über die Abbuchung Ihrer einmaligen Spende erteilen. Oder Sie unterstützen unsere Arbeit regelmäßig und projektungebunden als Förderpartner - so können wir bei Katastrophen wie in Haiti schnell und direkt helfen und gleichzeitig langristige Selbsthilfeprojekte durchführen, z.B. auch Maßnahmen der Katastrophenvorsorge. Dazu genügt ein Anruf unter 0228-2288-278.
Oder Sie füllen einfach eine Einzugsermächtigung online aus.

Antworten auf Fragen rund um Ihre Spende, Ihre persönliche Hilfe oder Ideen zur Unterstützung finden Sie hier.

5. Wir möchten eine Sammlung machen. Bekommen alle Spender eine Quittung?

Wenn bei Sammlungen eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, müssen die Namen und Adressen der einzelnen Spender angegeben werden.

Liegt uns für eine dauerhafte Spende einer Einzelperson eine Einzugsermächtigung vor, oder haben Sie einen Dauerauftrag eingerichtet, senden wir Ihnen Ihre Spendenbescheinigung nach Ablauf eines jeden Kalenderjahres automatisch zu. Auch Spendenbescheinigungen für Einzelspenden ab 200,01 Euro werden Ihnen so schnell wie möglich automatisch auf dem Postweg zugeschickt.

Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Kosten zu sparen, senden wir bei Einzelspenden bis 200 Euro die Zuwendungsbescheinigung nur auf ausdrücklichen Wunsch des Spenders zu. Die Finanzämter erkennen für Einzelspenden bis 200,- Euro den entsprechenden Kontoauszug oder den Einzahlungsbeleg als Nachweis für die Einkommensteuererklärung an. Sollten Sie dennoch eine Spendenbescheinigung benötigen, schicken wir sie Ihnen gerne zu. Teilen Sie uns bitte zu diesem Zweck Ihren Namen, Ihre Adresse und das Jahr mit, für das Sie die Spendenbescheinigung wünschen. Schreiben Sie an , oder rufen Sie uns an unter 0228-2288-162.

6. Können Sie Hilfe vor Ort gebrauchen?

Die Welthungerhilfe entsendet nur eigene ausgebildete Mitarbeiter in die Krisenregion, welche die Hilfe koordinieren. In den betroffenen Gebieten arbeiten wir seit Jahren mit zwei einheimischen Partnerorganisationen zusammen und haben daher die Möglichkeit, unsere bestehenden Strukturen und Kontakte optimal für die Versorgung von Notleidenden zu nutzen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir wohlgemeinte Hilfsangebote zwar schätzen, aber nicht annehmen können.

7. Nehmen Sie auch Sachspenden an?

Zahlreiche Anfragen erreichen uns von Menschen, die Lebensmittel oder Kleidung spenden wollten. Die Welthungerhilfe hat es sich zur Leitlinie gemacht, Hilfsgüter im jeweiligen Land oder in der Region zu kaufen

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Letzte Änderung an dieser Seite: 10.02.2010
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