FAQ Zyklon Nargis - Die Welthungerhilfe beantwortet Ihre Fragen zur Situation in Myanmar/Birma

 

 

Opfer des Zyklons Nargis bauen ihr Haus wieder auf. @ DWHH
Opfer des Zyklons Nargis bauen ihr Haus
wieder auf. @ DWHH
Welche Auswirkungen hat der Zyklon "Nargis"?

Noch immer ist das ganze Ausmaß der Katastrophe, die der Zyklon Nargis am 3. Mai in Myanmar auslöste, nicht überschaubar. Zurzeit geht man davon aus, dass ca. zwei Millionen Einwohner von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen sind. Zehntausende Menschen ihr Leben verloren. Die UN gibt an, dass bis zu eine Million Menschen obdachlos wurden und Zehntausende als vermisst gelten. Im Delta des Irrawaddy-Flusses wurden Hunderte Dörfer zerstört. Wer dem Sturm entkam, kämpft nun ums Überleben: Vor allem die mangelhafte Versorgung mit Trinkwasser ist besorgniserregend. Die geschwächten Menschen sind anfällig für Krankheiten.

 

Was brauchen die Überlebenden am dringendsten?

Direkt nach dem Zyklon fehlte es den Überlebenden schlicht an Allem: Sauberem Trinkwasser, Nahrungsmittel, Unterkünfte, gesundheitliche Versorgung, Informationen und auch – so etwas wie Trost und menschlicher Beistand. Nach und nach werden die Sturmopfer erreicht. Viele brachen auch von selbst in größere Orte auf, um etwas Hilfe zu bekommen. So werden manche Opfer direkt vor Ort versorgt, andere in Flüchtlingslagern, Camps, vor allem aber in Klöstern, Schulen, und öffentlichen Gebäuden auf Hilfe warten.


Wie hilft die Welthungerhilfe den Zyklon-Opfern in  Myanmar?

Die Welthungerhilfe versorgt zunächst 50.000 Menschen in der Stadt und im gleichnamigen Landkreis Bogale mit Nahrungsmitteln wie Reis, Linsen Öl und Salz. Außerdem verteilt sie Schlafmatten sowie Plastikeimer, Kanister, Seile und Planen für Zelte oder Behelfsbehausungen. Die Planen erfüllen gleichzeitig einen weiteren Zweck: In ihnen kann Regenwasser gesammelt werden. Seife und Entkeimungstabletten sollen die Ausbreitung von Seuchen eindämmen. Bogale ist ein besonders stark betroffenes Gebiet im Flussdelta, in dem bisher wenig Hilfe angekommen ist. Die Welthungerhilfe hat bisher 500.000 Euro für die Versorgung der Opfer des Zyklons zur Verfügung gestellt. In den kommenden Wochen wird die Organisation ihre Hilfe weiter ausdehnen, doch dazu sind dringend mehr Spenden notwendig.

 

Ist die Situation inzwischen – aus Sicht der Helfer – "unter Kontrolle"?

Nein. Mindestens 1.500.000 Sturmopfer professionell und menschwürdig zu versorgen, ist eine sehr große Aufgabe – für alle Beteiligten. Anfangs gab es noch zahlreiche "administrative Hürden" von den lokalen und nationalen Behörden. Endlich können die Vereinten Nationen und die bereits im Land tätigen Nichtregierungsorganisationen inzwischen professionelle Hilfe leisten. Nach wie vor und auch noch auf absehbare Zeit brauchen die Überlebenden von "Nargis" vielerlei Unterstützung.

 
Erreicht die Hilfe die Opfer von Nargis?

Nicht alle Organisationen können ihre Hilfslieferungen direkt an die Opfer verteilen. Manche schicken lediglich ein Flugzeug in das Land, übergeben die Hilfsgüter offiziell den Behörden und verlieren damit die Hoheit auf die Verteilung. Andererseits gibt es Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe, die darauf bestehen, ihre Hilfsgüter selbst an die Betroffenen verteilen zu können. Die Welthungerhilfe ist hier im Vorteil, weil sie als offiziell registrierte Hilfsorganisation schon seit sechs Jahren vor Ort tätig ist und sich deshalb im Land aufhalten darf. Da Ausländer nach wie vor das betroffene Gebiet nicht betreten dürfen, übernehmen die lokalen Welthungerhilfe-KollegInnen die Verteilung.


Wie können Sie den Menschen im Katastrophengebiet helfen?

Damit die Welthungerhilfe ihre Hilfe ausdehnen und mehr Menschen mit dem Notwendigsten versorgen kann, sind dringend Spenden erforderlich. Zudem werden bereits jetzt erste Pläne zum Wiederaufbau gemacht. Nach der Erstversorgung der Menschen mit überlebensnotwendigen Hilfsgütern müsen vor allem die verwüsteten Häuser wiederaufgebaut, zerstörte Felder und Straßen instand gesetzt und verloren gegangenes Saatgut, Tiere und Geräte für die Landwirtschaft bereitgestellt werden - ein Neuanfang für alle Betroffenen. Die bisherigen Spenden reichen bei weitem nicht aus, um den Opfern des Zyklon Nargis zu helfen.

Welche Erfahrungen hat die Welthungerhilfe in der Region?

Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar tätig. Schwerpunkte der Arbeit sind die Ernährungssicherung und Wasserversorgung im Nordosten des Landes sowie in Außenbezirken von Rangun. Zurzeit sind rund fünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Welthungerhilfe im betroffenen Gebiet beschäftigt. In der Katastrophenregion führt die Welthungerhilfe seit rund einem Jahr ein Entwicklungsprojekt im Landkreis Htan Tabin durch, einem Außenbezirk der schwer betroffenen ehemaligen Hauptstadt Rangun. Hier wurden die Nargis-Opfer bereits mit Nahrungsmitteln und Palmmatten zum Bau von Notunterkünften versorgt. In den sieben Schulen, die kürzlich fertig gestellt wurden, finden nun viele Wirbelsturmopfer Zuflucht. Es ist Monsunzeit, wer jetzt kein Dach über dem Kopf hat, ist den Elementen schutzlos ausgeliefert.

 

Die Welthungerhilfe freut sich über Spenden an:

Welthungerhilfe
Kontonummer 1115
Sparkasse KölnBonn
BLZ 370 501 98

Stichwort: Nothilfe und Wiederaufbau

Letzte Änderung an dieser Seite: 21.05.2008

Welthungerhilfe in Myanmar

Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar tätig. Schwerpunkte sind Ernährungssicherung und Wasserversorgung im Nordosten des Landes sowie in Außenbezirken von Rangun. Malteser International und die Welthungerhilfe sind die einzigen deutschen Nichtregierungsorganisationen, die mit eigenen Mitarbeitern Hilfsprojekte vor Ort umsetzen.

Hilfsprojekt in Myanmar

Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Metta Development unterstützt die Welthungerhilfe seit Juni 2005 im Shan State rund 1.000 besonders bedürftige Familien. In der Mehrheit sind es Menschen, die den ethnischen Minderheiten der Wa, Lahu und Kachin angehören.

Karte von Myanmar

Länderinformationen über Myanmar

Welthungerhilfe in Myanmar

Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar tätig. Schwerpunkte der Arbeit sind die Ernährungssicherung, Armutsreduzierung, Wasserversorgung, Basisinfrastruktur und Nahrungsmittelhilfe. Hauptsächlich ist sie im Nordosten des Landes, in Außenbezirken von Rangun und im Irrawaddy-Delta tätig. 

Hilfsprojekt in Myanmar

Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Metta Development unterstützt die Welthungerhilfe seit Juni 2005 im Shan State rund 1.000 besonders bedürftige Familien. In der Mehrheit sind es Menschen, die den ethnischen Minderheiten der Wa, Lahu und Kachin angehören.

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