Mit Vielfalt gegen Mangelernährung

Forschungsprojekte in Madagaskar und Äthiopien

Obst und Gemüse in Mischukultur, dazu Hecken und Bäume - Was verbessert Ertrag und Ernährung?

(April 2015) Zwei Milliarden Menschen weltweit sind mangelernährt – da muss doch was passieren! Das Forschungskonsortium „NutriHAF“ vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und der Global Horticulture Initiative an der Universität Bonn will in Madagaskar und Äthiopien Lösungen gegen die Unterversorung mit Mikronährstoffen finden. Die Schlüsselrolle spielen dabei lokale Kleinbauern und die Vielfalt im Anbau.

Welche Mischkultur verbessert nachhaltig die Erträge? Kleinbauern sind aktiv am Forschungsprojekt in Madagaskar und Äthiopien beteiligt. © Knickriem
Welche Mischkultur verbessert nachhaltig die Erträge? Kleinbauern sind aktiv am Forschungsprojekt in Madagaskar und Äthiopien beteiligt. © Knickriem

Gefördert wird das Projekt für drei Jahre mit 1,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), betreut wird es durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die Welthungerhilfe unterstützt mit Trainingskomponenten für Kleinbauern.   

Wichtige Nahrungsproduzenten sind armutsgefährdet

Gerade Menschen in ländlichen Regionen sind von Armut bedroht: Drei von vier Hungernden leben auf dem Land. Gleichzeitig produzieren Kleinbauern 70 Prozent der Nahrungsmittel in Entwicklungsländern. Die Bauern sind abhängig vom Wetter und dem Nährstoffgehalt im Boden. Klimawandel und Velust der Bodenvielfalt merken sie als erste. Hinzu kommt, dass Verluste durch Missernten selten durch andere Einkommensquellen aufgefangen werden können. Der Ertrag der Kleinbauern reicht dann kaum, um sich selbst und die eigene Familie zu ernähren.

Um das Problem anzugehen, untersucht NutriHAF gemeinsam mit Kleinbauern in Äthiopien und Madagaskar verschiedene Anbau-Möglichkeiten für Obst und Gemüse. Dabei soll untersucht werden, welche Mischpflanzen, Hecken und Obstbäume stabilen Schutz vor Umwelteinflüssen, Bodenerosion, Austrocknung und Schädlingsbefall bieten. Das Projekt will die Anforderungen und Ideen der Kleinbauern berücksichtigen und Politiker, Verwaltung, Interessensgruppen und regionale Organisationen vor Ort mit in die Arbeit einbeziehen.

Nachhaltige Entwicklungshilfe zahlt sich aus

Ziel der Forschungsarbeit ist die nachhaltige Verbesserung der Nährstoffversorgung der Bevölkerung – also eine qualitativ bessere Ernährung. Außerdem hoffen die Wissenschaftler, die lokale landwirtschaftliche Produktion vervielfältigen, intensivieren und damit optimieren zu können. Letztlich werden die natürlichen Ressourcen entlastet und die Vielfalt der Böden gestärkt. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nehmen in Trainings und Workshops der Welthungerhilfe aktiv im Forschungsprojekt teil. Das gemeinsam generierte Wissen soll allen Beteiligten zugutekommen und die Selbstversorgung der Bauern stärken.

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