Fragile Staaten
Ein Staat wird als fragil bezeichnet, wenn er aufgrund schwacher oder gar fehlender staatlicher Institutionen nicht in der Lage ist, sein Gewaltmonopol durchzusetzen sowie bestimmte öffentliche Güter bereitzustellen. Fragile Staatlichkeit hat unterschiedliche Ursachen. Sie kann in fehlenden politisch-administrativen Kapazitäten, Mangel an finanziellen Ressourcen oder fehlendem Willen zu guter Regierungsführung begründet sein.
Oft hängt fragile Staatlichkeit mit einem Transformationsprozess hin zur Demokratie oder dem Ende einer kriegerischen Auseinandersetzung zusammen. Der Country Policy and Institutional Assessment Index (CPIA) der Weltbank zählte 2006 26 fragile Staaten, davon alleine 15 in Afrika. In der Zusammenarbeit mit fragilen Staaten kommt der Zivilgesellschaft eine Schlüsselrolle zu. Je instabiler die Ausgangslage ist, desto flexibler müssen entwicklungspolitische Instrumente eingesetzt werden. Beispielsweise kann ggf. auch außerhalb staatlicher Strukturen mit basisnahen Nichtregierungsorganisationen zusammengearbeitet werden.
Da Instrumente wie die finanzielle Zusammenarbeit in fragilen Staaten oft ungeeignet sind, sollte verstärkt Projektarbeit im Rahmen des "Do no Harm"-Prinzips zum Einsatz kommen.
