Frauen stärken und Entwicklung voranbringen

Gleich + Gerecht = Weniger Hunger

Hirse stampfen, wie hier in Angola, kostet Frauen viel Kraft. © Schulz
Hirse stampfen, wie hier in Angola, kostet Frauen
viel Kraft. © Schulz
Neueste Studien schlagen Alarm: Erstmalig übersteigt die Zahl der Unterernährten die Milliarden-Grenze. Ein Sechstel der Menschheit hat nicht annähernd genug zu essen! Frauen gehören zu den besonders Benachteiligten – über 70 Prozent der absolut Armen sind weiblich.

Gerade in Ländern mit einer ohnehin schon bedrohlichen Hungersituation verschärft die aktuelle Wirtschaftskrise die Lage. Der internationale Handel verzeichnet Einbrüche, ausländische Investitionen in Entwicklungsländern sinken, Hilfsgelder gehen zurück. Menschen, die bereits zuvor in Armut lebten, können sich nun oft nicht einmal mehr das Wenige zum Überleben leisten. Unmittelbar betrifft dies Familien, die in städtischen Slums leben, doch die Auswirkungen werden mehr und mehr auch auf dem Land spürbar. In den Haushalten trifft es hier besonders die Frauen. Ohne Ausbildung, Land oder Produktionsmittel sind sie chancenlos.

 

Viele Frauen kehrten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den traditionellen Rollen zurück. © Koop
Viele Frauen kehrten nach
dem Zusammenbruch der
Sowjetunion zu den
traditionellen Rollen zurück.
© Koop
Armut ist weiblich

Über 70 Prozent der absolut Armen und über 60 Prozent der Analphabeten weltweit sind weiblich. Der Grund: Fast überall sind Frauen gegenüber Männern benachteiligt – wirtschaftlich, sozial, politisch, rechtlich. Gerade in Entwicklungsländern stehen sie am Ende der sozialen Leiter, obwohl sie die Hauptlast der Arbeit auf dem Feld, im Haus, bei der Ernährungssicherung der Familie sowie in der Kindererziehung tragen. Zugang zu Bildung, Krediten und arbeitserleichternder Technik bleibt ihnen meist versagt.

 

Frauen fördern

In Kenia verbrennen Frauen beispielsweise bis zu 85 Prozent ihres täglichen Kalorienbedarfs allein beim Wasserholen für die Familie. Um diese festgefahrenen Strukturen zu ändern, brauchen Frauen einen zeitlichen Freiraum, um sich weiterzubilden und an Trainings teilzunehmen. Deshalb zielen die Projekte der Welthungerhilfe auf eine Erleichterung ihrer täglichen Arbeit und auf Förderung ab. Beispielsweise mit dem Bau von Brunnen, Schulen, Krediten an Frauen und Maßnahmen, um ihnen einen stärkeren Einfluss in der Dorfgemeinschaft zu gewähren.

 

Karge Ernte: Kichererbsen und Wachsbohnen gehören zu den Grundnahrungsmitteln in Burkina Faso. © von Lingen
Karge Ernte: Kichererbsen
und Wachsbohnen gehören
zu den Grundnahrungsmitteln
in Burkina Faso.
© von Lingen
Den sozialen Status erhöhen

Frauen spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Hunger und Armut. Je niedriger ihr Bildungsgrad, ihr Gesundheitszustand, ihre wirtschaftliche Teilhabe und ihre politische Einflussnahme, desto mehr Menschen leiden in diesem Land an Unterernährung. Im Umkehrschluss: Frauen mit einem höheren sozialen Status sind nicht nur selbst gesünder. Sie können auch besser für ihre Kinder sorgen, die wiederum die Zukunft eines Landes bedeuten. Im afrikanischen Tschad beispielsweise, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, können nur 13 Prozent aller Frauen lesen und schreiben. Nur jedes zweite Mädchen besucht die Schule. Familienplanung spielt fast keine Rolle und eine von elf Müttern stirbt bei der Geburt. Die Benachteiligung von Frauen ist ebenso extrem wie der Hunger.

Doch es gibt auch Entwicklungen, die Mut machen. Nationale Bildungsprogramme in Mexiko, Bangladesch oder Malawi haben in den letzten Jahren mehr Mädchen in die Klassenzimmer gebracht, indem sie zum Beispiel Mahlzeiten an den Schulbesuch koppeln.

 

Frauen und Männer gleich behandeln

Genau das praktiziert auch die Welthungerhilfe in einer Großzahl ihrer Projekte. Viele dieser Neuerungen richten sich gar nicht ausschließlich an die weibliche Bevölkerung, doch ihre Wirkung kommt gerade ihnen zugute. So fördern der erleichterte Zugang zu Gesundheitsstationen, Trinkwasser sowie kostengünstige Betreuungsangebote für Kinder die Bildungschancen von Frauen und Mädchen und beseitigen gleichzeitig den Hunger. Die eindeutigen Erkenntnisse geben eine klare Richtung vor: Wird die Gleichstellung der Geschlechter gefördert, so verbessert sich die Lebenssituation der gesamten Gemeinschaft. Die Welthungerhilfe berücksichtigt diesen Aspekt seit jeher bei ihrer Projektarbeit.

Lesen Sie den vollständigen Artikel: Das Magazin 3/2009

 

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 10.09.2009
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