Sind die Millenniumsziele noch zu retten?

Kritische Bestandsaufnahme in Hamburg

 

Diskutierten lebhaft über die Millenniumsziele: Prof. Dr. Bernhard Servatius, Petra Pinzler, Mirjam van Reisen, Prof. Dr. Robert Kappel, Uli Post (verdeckt), Bärbel Dieckmann, Benny Adrion (v.l.n.r.).
Diskutierten über die Millenniumsziele: Prof. Dr.
Bernhard Servatius, Petra Pinzler, Mirjam van
Reisen, Prof. Dr. Robert Kappel, Uli Post
(verdeckt), Bärbel Dieckmann, Benny Adrion
(v.l.n.r.).
Wir holen den Weltarmutsgipfel nach Hamburg, dachten sich der Hamburger Freundeskreis der Welthungerhilfe und das GIGA German Institute of Global and Area Studies und luden am 21. September 2010 zur Podiumsdiskussion  "Die neue Unverbindlichkeit – Können die Millenniumsziele noch gerettet werden?" ein. Im bis auf den letzten Stuhl besetzten Moot Court der Bucerius Law School führte Petra Pinzler, Redakteurin der ZEIT, im Anschluss an die Begrüßungsworte von Prof. Dr. Bernhard Servatius vom Hamburger Freundeskreis und Uli Post von der Welthungerhilfe durch die lebhafte Diskussion.


Das Podium war mit Mirjam van Reisen, Direktorin der Europe External Policy Advisors (EEPA), Prof. Dr. Robert Kappel, Präsident des GIGA German Institute of Global and Area Studies, Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, Thomas Albert, Ministerialdirigent im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Benjamin Adrion, Gründer der Trinkwasser-Initiative Viva con Agua, prominent besetzt.

Es ging darum, viele, aktuelle Fragen zu erörtern: Was sind die Hindernisse, die den Fortschritt erschweren? Welche Ansätze und Programme sind notwendig, um die Ziele schneller zu erreichen? Was kann man von den Millenniumsdörfern der Welthungerhilfe lernen?

Benny Adrion berichtete von den Erfolgen in den Welthungerhilfe-Projekten, die Viva con Agua unterstützt: Eines davon ist das äthiopische Millenniumsdorf Sodo, das der Hamburger Freundeskreis der Welthungerhilfe seit seiner Gründung 2005 fördert. Eindrucksvoll und ganz auf Augenhöhe dokumentierte der Film "Wasser ist Leben" von Steffen Gerdes wie die Versorgung mit sauberem Trinkwasser das Leben der Menschen in Sodo bereichert und entscheidend erleichtert.

Bärbel Dieckmann forderte eine konsequente Unterstützung der ländlichen Entwicklung, da zwei von drei Hungernden auf dem Land leben: "Es geht vor allem Dingen um die Frage der Ernährung und hier spielen die Kleinbauern auf dem Lande eine herausragende Rolle. Immer mehr Menschen müssen ernährt werden und vor der Verarmung in den städtischen Slums bewahrt werden!"


Professor Kappel
wünschte sich mehr Wachstum und Förderung von Unternehmertum in den Städten: "Wir müssen Wachstum mit Beschäftigung verbinden und das Unternehmertum in den Städten fördern!" Auch Thomas Albert sprach sich für einen "Wandel durch Handel" aus und gab unumwunden zu, dass "die Millenniumsziele nicht heute, nicht morgen und auch nicht 2015" alle erreicht werden können, das aber "eine positive Dynamik in Gang gesetzt" worden ist, die vieles bewegen kann, wenn auch die Regierungen und Eliten der Entwicklungsländer in die Pflicht genommen werden.

Die entwicklungspolitische Veranstaltung in Hamburg war bereits die dritte ihrer Art. Medienpartner war auch in diesem Jahr wieder NDR Info.

 

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 21.04.2011
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