Die Gründung der Welthungerhilfe aus dem Geist einer globalen Bewegung

Dr. Binay Sen (r.) und John F. Kennedy (Mitte) im Juni 1963 bei der Gründung der weltweiten Kampagne gegen Armut und Hunger.
Dr. Binay Sen (r.) und John F. Kennedy (Mitte) im Juni 1963 bei der Gründung der weltweiten Kampagne gegen Armut und Hunger.

Am Ursprung stand die Vision eines Mannes: Binay Ranjan Sen (1898 bis 1993), indischer Diplomat, Generaldirektor der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und leidenschaftlicher Kämpfer gegen den Hunger. In den vierziger Jahren erlebte er als Kommissar für humanitäre Hilfe im indischen Bengalen hautnah das Schicksal von hunderten von Millionen Menschen, die immer am Rande der Zerstörung ihrer Existenz leben müssen.

Und nicht nur dort: "Ein großer Teil der Menschheit lebt nur eine Dürre, eine Überflutung, einen Ernteausfall vom Hungertod entfernt", beschrieb er eine Situation, die in der ersten Welt mit ihrem Wohlstand und ihrem dichten Netz an sozialen Sicherungssystemen so schwer zu begreifen ist.

Damit wollte er sich nicht abfinden. In verschiedenen Funktionen, vor allem aber als Generaldirektor der FAO, setzte er alles daran, den Kampf gegen den Hunger zu einer globalen Priorität zu machen. Im Jahr 1960 startete er die "Freedom from Hunger"-Kampagne. Entsprechend der Größe der Aufgabe war sie von Anfang an breit angelegt. Nicht nur Regierungen, auch Nichtregierungsorganisationen, Institutionen des öffentlichen Lebens, Vertreter der Religionen und engagierte Einzelpersonen sollten weltweit die Kampagne mittragen.

Von der Idee her war die Kampagne also ein globales Netzwerk, das von der Kraft einer Vision getragen wird. In Deutschland nahm diese Idee eine konkretere Form an. Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke wurde 1962 ein Komitee gegründet, der "Deutsche Ausschuss für den Kampf gegen den Hunger". Dieser nahm 1967 die Form eines Vereins an: die Deutsche Welthungerhilfe e.V. Seit dieser Zeit hat der Bundespräsident die Schirmherrschaft inne. Die breite Verankerung spiegelt sich bis heute in der Organisationsstruktur der Welthungerhilfe: zu den Mitgliedern gehören die Bundestagsfraktionen, die Kirchen und großen Verbände.

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Letzte Änderung an dieser Seite: 21.06.2011
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