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Gesundheit in Myanmar

Gesundheit in Myanmar: ein Dorf versichert sich

Ein Spartopf für die Gesundheit

In Deutschland haben wir eine gesetzliche Krankenversicherung; wenn wir krank sind, gehen wir zum Arzt und die Kosten für die Behandlung trägt die Krankenkasse. Für uns selbstverständlich!
Ganz anders jedoch für Zin Mar Htwe aus Myanmar. Seit einem Krankenhausaufenthalt nach der Geburt ihres zweiten Kindes haben sie und ihr Mann große Schulden.

Wenn Gesundheit zum Luxusgut wird

So wie der 29-Jährigen geht es vielen: Die Kosten für den Krankentransport und Medikamente müssen Familien in Myanmar in der Regel selbst tragen - ebenso einen Teil der Kosten für den Aufenthalt im Hospital. Dies können sich die meisten Menschen nicht leisten, erst recht nicht die ärmere Landbevölkerung, die nur ein geringes Einkommen und auch keine Rücklagen hat. Dazu gehört auch Zin Mars Familie.

Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes vor zwei Jahren musste sie für ein paar Tage ins Krankenhaus. Sie hatte viel Blut verloren. Ein Drittel ihres Monatseinkommens – 50.000 Kyat (50 Euro) kostete ihr Aufenthalt und der Transport ins Hospital. Um die Rechnungen bezahlen zu können, musste sie sich bei Gläubigern – zu einem monatlichen Wucherzinssatz von 20 Prozent – Geld leihen.

Zin Mar Htwe mit ihrer Familie. Zur Geburt ihres drittes Kindes ging sie vorsorglich ins Krankenhaus. © Wijaya
Zin Mar Htwe mit ihrer Familie. Zur Geburt ihres drittes Kindes ging sie vorsorglich ins Krankenhaus. © Wijaya
Die Familie von Zin Mar Htwe ist arm - so wie alle anderen auch in der ländlichen Region Htan Tabin. © Wijaya
Die Familie von Zin Mar Htwe ist arm - so wie alle anderen auch in der ländlichen Region Htan Tabin. © Wijaya
Von der Arbeit als Tagelöhner bleibt kaum etwas übrig - es reicht zum Überleben, aber nicht für Rücklagen. © Wijaya
Von der Arbeit als Tagelöhner bleibt kaum etwas übrig - es reicht zum Überleben, aber nicht für Rücklagen. © Wijaya

Arme Familien geraten immer weiter in die Schuldenspirale

Einmal in der Schuldenfalle, ist es schwer wieder herauszukommen, so beschreibt Zin Mar Htwe ihre Situation. „Ich arbeite wie mein Mann als Tagelöhnerin auf den Reisfeldern der Umgebung. Wir beide arbeiten hart, um unsere Familie zu ernähren. Ein Tag ohne Arbeit ist schlimm für uns.“ Damit Notfälle und Arbeitsausfälle nicht zum finanziellen Desaster werden, unterstützt die Welthungerhilfe Familien in der Region Htan Tabin seit Januar 2014 dabei, gemeinsam Geld zu sparen, um bei Notfällen die Kosten zum Beispiel für den Transport ins Hospital tragen zu können.

So funktioniert das Sparprogramm für Notfälle im Dorf:

  1. Jeder Bewohner zahlt monatlich 50 Kyat (5 Cent) ein.
  2. Bei einem Notfall steht der betroffenen Familie Geld aus dem gemeinsamen Spartopf zur Verfügung.
  3. Für das geliehene Geld müssen keinerlei Zinsen gezahlt werden!
  4. Je nach Familiensituation und Notfall trägt die Gemeinschaft die Kosten für den Transport ins Krankenhaus.

So war Zin Mar vor wenigen Monaten bei der Geburt ihres dritten Kindes abgesichert und nicht mehr der Willkür von Geldverleihern ausgesetzt. Sie ging vorsorglich für die Geburt ins Krankenhaus – Komplikationen wie bei ihrem zweiten Kind wollte sie vermeiden. Durch das zinslose Geld aus der Dorf-Notfallkasse, konnte sie für die Entbindung ins Hospital gehen ohne die Sorge, dadurch noch mehr Schulden zu machen. Und im Krankenhaus ruhte sich Zin Mar außerdem noch ein paar Tage aus, bevor sie wieder ihre anstrengende Arbeit auf den Feldern aufnahm.

Zin Mar und dem Baby geht es gut. Ohne Sorgen um neue Schulden ging sie zur Geburt ins Krankenhaus. © Wijaya
Zin Mar und dem Baby geht es gut. Ohne Sorgen um neue Schulden ging sie zur Geburt ins Krankenhaus. © Wijaya
In Schulungen lernen die Bewohner Buch über Ein- und Ausgaben ihres Versicherungstopfes zu führen. © Wijaya
In Schulungen lernen die Bewohner Buch über Ein- und Ausgaben ihres Versicherungstopfes zu führen. © Wijaya
Auch in anderen Bereichen ist Gemeinschaft gefragt: Hier beim Wegebau zwischen den Dörfern. © Wijaya
Auch in anderen Bereichen ist Gemeinschaft gefragt: Hier beim Wegebau zwischen den Dörfern. © Wijaya

Die Vorteile des Notfall-Spartopfs auf einen Blick:

  • Bei Krankheit fallen für den Einzelnen nicht mehr so hohe Schulden an. Die finanzielle Situation verbessert sich: Familien können ihre aktuelle Schulden abzahlen, ohne neue anzuhäufen. Somit ist die Schuldenspirale durchbrochen!
  • Die Familien sind nicht mehr abhängig von der Willkür der bisherigen Gläubiger und ihrer Wucherzinsen!
  • Und außerdem: Das gemeinsame Sparen und die gemeinsame Notfallversicherung stärkt den sozialen Zusammenhalt in der Siedlung!

Unterstützen Sie uns dabei, dieses Spar- und Kreditprogramm auch in anderen ländlichen Siedlungen in Myanmar zu starten. Gemeinsam können wir den Menschen helfen, sich selbst aus ihrer Schuldenfalle zu befreien. Ihre Spende wirkt vor Ort!

Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschendabei, gemeinsame Dorffonds für Kredite für Notfälle und aber auch für neue Geschäftsideen und neue Einkommensquellen anzulegen.

Außerdem beraten wir sie zur standortgerechten Landwirtschaft und Tierhaltung. In jedem Dorf entsteht ein Entwicklungs-Komitee, welches unsere Arbeit begleitet und den Fortschritt in ihrer Siedlung selbst plant und mitgestaltet.

 

 

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