Ghana: Das "Paradise" für Straßenkinder

Die ehemaligen Straßenkinder leben nun im

 

In Ghanas Hauptstadt Accra leben schätzungsweise 30.000 Kinder auf der Straße. Allein oder mit ihren Eltern sind sie auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen vom Land in die Stadt gezogen. Aus Geldmangel können sie keine Schule besuchen. Viele müssen  betteln, stehlen und sich als Lastenträger oder Prostituierte anbieten um zu überleben. Sichere Schlafplätze finden sie selten. Nachts suchen sie sich einen Platz in den Eingängen geschlossener Geschäfte, am Tag bleibt ihnen nur die Straße. 

 

Schulunterricht im Kinder Paradise
Schulunterricht im Kinder
Paradise
Alternative zum Leben auf der Straße

Das "Kinder Paradise" in Pampram, außerhalb der Hauptstadt, bietet diesen Kindern eine Alternative zum Leben auf der Straße. Ziel des Kinderheims ist es, die Zöglinge zu selbständigen, selbstbewussten und verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Anstatt sich auf der Straße zu verdingen, besuchen sie nun die Schule der Einrichtung und lernen einen Beruf mit dem sie später ihren Lebensunterhalt verdienen können. 

 

Kinderzahl steigt kontinuierlich

Das Projekt "Kinder Paradise" entstand aus einer privaten Initiative einer deutsch-ghanaischen Gruppe, unter Federführung von Silke Rösner und mit Unterstützung der Welthungerhilfe. 1998 wurde das "Kinder Paradise" offiziell in Ghana registriert. Zunächst wurden 15 Kinder aufgenommen, im Jahr 2000 waren es 25, 2010 werden 115 Straßenkinder im "Paradise" betreut. Alle sind im Alter zwischen 12 Monaten und 18 Jahren.

 

Das
Das "Mädchenhaus".
Physische und psychische Stabilisierung

Wird ein Kind im Heim aufgenommen, muss es zunächst physisch und psychisch stabilisiert werden. Viele Straßenkinder leiden an Typhus, Cholera oder Malaria. Krankheiten, die sie aus Geldmangel nicht behandeln konnten. Viele sind durch das Leben auf der Straße drogenabhängig geworden oder haben sich mit HIV infiziert. Im Kinder Paradise wird deshalb als erstes ein Gesundheitscheck durchgeführt, um dringend behandlungsbedürftige Krankheiten zu erkennen. Durch regelmäßige medizinische Untersuchungen und Kontrollen von Gewicht und Größe wird ermittelt, ob die Kinder besondere gesundheitliche Pflegemaßnahmen brauchen.

 

Gemeinsam essen.
Gemeinsam essen.
Ein Plan für die Zukunft

Für jedes neue Mitglied der Gemeinschaft wird ein so genannter "Care Plan" erstellt. Neben einem Bericht über die Sozialgeschichte werden darin medizinische, emotionale und andere Bedürfnisse des Kindes erfasst. Auch besondere Stärken und Schwächen sowie eventuelle Zukunftspläne werden darin festgehalten. Gemeinsam mit ihren Schützlingen legen die Betreuer mittel- und langfristige Ziele fest und planen, wie sie erreicht werden können. Alle sechs Monate wird der Care Plan überprüft. Dann werden anhand von Schulzeugnissen und Berichten von Betreuern die Fortschritte der Kinder ausgewertet und die Pläne gegebenenfalls überarbeitet. 


© von Lingen
© von Lingen
Betreuung für alle

Zusätzlich zum Kinderheim in Prampram betreut das "Kinder Paradise" zwei Jugendhäuser und ein offenes Tageszentrum für Straßenkinder im Zentrum von Accra. Alle Kinder erhalten dort zweimal täglich eine Mahlzeit. Hygiene und medizinische Betreuung gehören zum Programm. Ehrenamtliche Mitarbeiter unterrichten die Kinder in Rechengrundlagen, Schreiben, Lesen und handwerklichen Tätigkeiten.
 

Euro

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Letzte Änderung an dieser Seite: 26.05.2010

Welthunger-Index 2009: Ghana

11.5 kritisch
wenig Hungergravierend

Mehr zum Welthunger-Index 2009

Weitere Informationen

Weitere Informationen über Ghana

Externe Projektevaluation: Ghana - School Education for Former Street Children (pdf, 2006)

Karte von Ghana 235 Px

Projektdauer

- Juni 2006 bis Mai 2011

Projektort

- Accra

Schwerpunkt

- Schulbildung für ehemalige Straßenkinder

Finanzierung

- aus Eigenmitteln

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