Hilfsprojekt in Ghana: Das "Kinder Paradise" für Straßenkinder

Die ehemaligen Straßenkinder vom "Kinder Paradise".
Etwa 65 Prozent der Jungen und 47 Prozent der Mädchen werden in Ghana in die Grundschule eingeschult. Nur ein gutes Drittel dieser Kinder setzt seine Schulbildung bis in die Oberstufe fort – viele verlassen vorher die Schule. In Accra, wo die Welthungerhilfe aktiv ist, leben schätzungsweise 30.000 Kinder auf der Straße. Die meisten von ihnen sind allein oder mit ihren Eltern vom Land in die Stadt gezogen - auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen.
Sie sind arm und können trotz Schulpflicht kein Geld für die Schule, Bücher und Schuluniform aufbringen. Viele Kinder, die nicht mal die Möglichkeit haben, als Straßenverkäufer zu arbeiten, gehen betteln, stehlen, bieten sich als Lastenträger oder Prostituierte an. Die Straßenkinder und ihre Eltern haben keine sicheren Schlafplätze. Nachts suchen sie sich einen Platz in den Eingängen geschlossener Geschäfte, am Tag bleibt ihnen nur die Straße.
Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal. Viele leiden an Typhus, Cholera und Malaria. Die Betroffenen haben weder Geld für Impfungen noch für Medikamente oder Arztbesuche. Leicht kommen die Kinder mit Drogen in Kontakt. Viele stecken sich mit HIV/Aids an.
Projektinformation

Schulunterricht. © DWHH
Eine starke Gruppe
Das Projekt "Kinder Paradise" entstand aus einer privaten Initiative einer deutsch-ghanaischen Gruppe, unter Federführung von Silke Rösner. Besuche der Gruppe vor Ort, Gespräche mit den Obdachlosen, Anfragen bei Ministerien – alle Erfahrungen und Ergebnisse bestärkte die Gruppe in ihrem Vorhaben, den Straßenkindern helfen zu wollen. Ihnen aus ihrem hoffnungslosen Lebensweg heraus zu helfen, um ein menschenwürdiges Leben in Würde zu führen.

Das "Mädchenhaus".
© DWHH
Kinderzahl steigt
Im Jahr 1998 wurde das "Kinder Paradise" offiziell in Ghana registriert. Die Verantwortlichen suchten vor Ort nach einem geeigneten Gebäude, ein neues Heim für die Kinder. Gleichzeitig sammelten Förderer in Deutschland Geld- und Sachspenden. 1998 wurden 15 Kinder aufgenommen, im Jahr 2000 waren es schon 25, 2006 werden 71 Straßenkinder im "Paradise" betreut. Alle sind im Alter zwischen 12 Monaten und 18 Jahren. 30 Prozent haben mindestens einen körperbehinderten Elternteil, mit dem sie zusammen auf der Straße lebten.

Gemeinsam essen.
© DWHH
Betreuung für alle
Zusätzlich betreut das "Kinder Paradise" ein Tageszentrum für Straßenkinder im Zentrum von Accra. Alle Kinder erhalten dort zweimal täglich eine Mahlzeit. Hygiene und medizinische Betreuung gehören zum Programm. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen unterrichten die Kinder in Rechengrundlagen, Schreiben, Lesen und handwerklichen Tätigkeiten.

© von Lingen
Für eine glückliche Zukunft
Das Ziel des "Kinder Paradise" ist es, aus den Kindern selbständige, selbstbewusste und verantwortungsbewusste Mitglieder ihrer Gesellschaft zu machen. Sie sollen einen adäquaten Schulabschluss erlangen und sich aus eigenem Antrieb im Leben behaupten. Die Art des Kinderheims in Form einer familienähnlichen Gruppe stabilisiert die Bindungsfähigkeit der Kinder und fördert sozialen Gemeinschaftssinn.
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Euro
Welthunger-Index 2009: Ghana
Mehr zum Welthunger-Index 2009
Weitere Informationen
Weitere Informationen über Ghana
Externe Projektevaluation: Ghana - School Education for Former Street Children (pdf, 2006)
Projektdauer
- Juni 2006 bis Mai 2010
Projektort
- Accra
Schwerpunkt
- Schulbildung für ehemalige Straßenkinder
Finanzierung
- aus Eigenmitteln

