Welternährungsgipfel in Rom:

Welthungerhilfe begrüßt schnelle Einigung, dennoch gibt es einzelne Kritikpunkte

Kinder im Kindergarten beim Mittagessen in Indien. © Weische
Kinder im Kindergarten beim Mittagessen in
Indien. © Weische
(16.11.2009). Die Welthungerhilfe begrüßt die schnelle Einigung auf eine Abschlusserklärung beim Welternährungsgipfel in Rom, aber kritisiert die mangelnde Verbindlichkeit. "Jetzt müssen der Deklaration auch schnell Taten folgen, bei einer Milliarde Hungernden darf nicht länger Zeit mit Absichtserklärungen verloren gehen", sagt Dr. Rafael Schneider, Welternährungsexperte der Welthungerhilfe, der am Gipfeltreffen in Rom teilnimmt.



Positiv zu werten ist:

•    Der Beschluss zur Reform des Komitees für Globale Ernährungssicherheit. "Wir hoffen dass daraus ein schlagkräftiges Gremium wird, das den weltweiten Kampf gegen den Hunger effektiv koordiniert", sagt Schneider. Nun dürfe keine Zeit verloren werden und das Komitee müsse mit einem klaren Mandat die Arbeit aufnehmen.
•    Dass an dem Komitee auch Nichtregierungsorganisationen beteiligt sind: "Dabei müssen die Interessen der Kleinbauern berücksichtigt werden, sie brauchen Zugang zu angepasstem Saatgut, landwirtschaftlicher Beratung und bessere ländliche Infrastruktur, denn zwei von drei Hungernden leben auf dem Land", betont Schneider.
•    Dass das Recht auf Nahrung ist in der Abschlusserklärung ausdrücklich genannt. Dadurch sind die Regierungen rechtsverbindlich verpflichtet, überprüfbare Schritte zur nachhaltigen Hungerbekämpfung einzuleiten. "Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr staatlicher Verantwortung sowohl der Geberländer als auch der von Hunger betroffenen Länder getan", begrüßt Schneider das Abschlussdokument. Bislang gab es nur Freiwillige Leitlinien, basierend auf dem UN-Sozialpakt. Recht auf Nahrung bedeutet, dass Hunger die Verletzung eines Menschenrechts ist.  

Zu den Kritikpunkten gehört:

•    Es gibt kein Zeitziel, bis wann der Hunger der Vergangenheit angehören soll, nur zum "ehest möglichen Zeitpunkt". Das erste Millenniumsziel, bis 2015 den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung zu halbieren, wird verfehlt – hier muss endlich entschlossen umgesteuert werden.
•    Es gibt keine klare Verpflichtung, den Anteil für ländliche Entwicklung an der internationalen staatlichen Entwicklungshilfe zu erhöhen. Es gibt weder einen Zeitrahmen noch wird eine Summe genannt. Im Moment liegt der Anteil bei nur 5 Prozent. "Das ist zuwenig", sagt Schneider. "Der Anteile müsste bei rund 20 Prozent liegen."



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