Äthiopien, Benin und Mosambik - diese Länder zählen zu den ärmsten der Welt


Grafik: Äthiopien, Benin und Mosambik gehören zu
den ärmsten Ländern der Erde.

Von den 50 ärmsten Entwicklungsländern, den so genannten LDC (Least Developed Countries), liegen 38 in Afrika. Auch die Staaten Äthiopien, Benin und Mosambik gehören dazu. Dort leben zusammen rund 100 Millionen Menschen. Drei Viertel von ihnen haben weniger als zwei Dollar am Tag zur Verfügung. Ein Drittel aller Kleinkinder ist unterernährt, die Lebenserwartung ist infolge von Aids auf 44 Jahre gesunken. Zwei von drei Einwohnern haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

 

Wasserschleppen, tagein und tagaus. © Lohkamp
Wasserschleppen, tagein
und tagaus. © Lohkamp

Körperliche Strapazen - jeden Tag

Laut Definition haben die Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, wenn der Radius, in dem sie sich täglich 20 Liter frisches Wasser besorgen können, größer ist als einen Kilometer. Leidtragende sind vor allem Frauen. Sie sind oft stundenlang unterwegs, um wenigstens einen Eimer Wasser für die Familie zu ergattern.

 

 

Latrine im Projektgebiet Oromiya in Äthiopien, gebaut von der Welthungerhilfe. © Lohkamp
Latrine im Projektgebiet
Oromiya in Äthiopien, ge-
baut von der Welthungerhilfe.
© Lohkamp
Tabu der Notdurft

Noch schlimmer ist die Sanitärversorgung. Vier Fünftel der Menschen verfügen nicht über sanitäre Einrichtungen. Sie müssen ihre Notdurft im Freien verrichten oder in Plastiktüten, die dann einfach weggeworfen werden. Das gefährdet wiederum die Versorgung von Millionen Menschen, die ihr Wasser zum Trinken und Kochen aus Flüssen und Abwasserkanälen beziehen – verseucht mit Fäkalien. Kaum ein Entwicklungsthema ist so tabuisiert wie die sanitäre Katastrophe. Das Thema ist offenbar nicht "gesellschaftsfähig", doch es betrifft ganz direkt die Menschenwürde und untergräbt systematisch Fortschritte im Kampf gegen die Armut. 

 

Schülerinnen in Mozambik. © Kropke
Schülerinnen in Mozambik.
© Kropke
Gesundheit und Bildung kommen zu kurz

Dringend müsste auch mehr Geld ins Gesundheitswesen und in die Bildung investiert werden. Doch die Länder sind arm. Mehr als sechs Dollar in Äthiopien, zwölf in Mosambik und 24 Dollar in Benin pro Kopf und Jahr sind nicht drin für Gesundheitseinrichtungen. Dementsprechend fehlen Basisgesundheitsdienste, Ärzte, Medikamente und Impfprogramme. Und für Kindergärten, Schulen oder Universitäten stehen jährlich pro Einwohner nur acht Dollar in Äthiopien, elf Dollar in Mosambik und 18 Dollar in Benin zur Verfügung.

Die Welthungerhilfe ist seit Jahren in diesen Ländern aktiv und fördert dort den Aufbau einer Basisinfrastruktur wie den Bau von Brunnen und Schulen.

(Stand: Mai 2007; Karl-Albrecht Immel)

© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz