Weltweit hungern über 925 Millionen Menschen

Grafik: Die Zahl der Hungernden wächst wieder schneller
als die Weltbevölkerung. In den Entwicklungsländern leben nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO) rund 850 Millionen unterernährte Menschen. Dazu kommen weitere neun Millionen in den westlichen Industrieländern und rund 28 Millionen im einstigen Ostblock. Der Anteil unterernährter Menschen sinkt in fast allen Regionen der Erde. Noch vor 25 Jahren galten rund 29 Prozent aller Einwohner in Entwicklungsländern als unterernährt, 1992 waren es 20 Prozent, heute sind es nur noch 17 Prozent. Allerdings wuchs gleichzeitig die Weltbevölkerung, so dass die absolute Zahl der Hungernden seit 1980 nur wenig zurückgegangen ist und seit ein paar Jahren sogar wieder steigt.
Nahrungsimporte steigen
Vom Hunger besonders betroffen sind Südasien und Afrika. In den Ländern südlich der Sahara ist etwa ein Drittel der Menschen chronisch unterernährt. Verantwortlich am Nahrungsmangel sind nicht nur periodisch wieder kehrende Dürren oder jahrelange Kriege. Vor allem ist es die weit verbreitete Armut. Viele Menschen können sich keine Nahrung kaufen. Dazu kommt in Afrika, dass der Selbstversorgungsgrad des Kontinents sinkt. Ein immer größerer Teil der benötigten Nahrungsmittel muss eingeführt werden.
Chronisch hungrig
Hunger ist nicht gleich Hunger. In den Industriestaaten fehlen den unterernährten Menschen durchschnittlich etwa 130 Kilokalorien täglich. In den ärmsten Ländern liegt das Defizit bei 450 Kilokalorien pro Tag und Person. Der chronische Hunger fällt nicht immer gleich auf. Unterernährte sind oft dünn, aber nicht abgemagert. Der Körper gleicht unzureichende Ernährung dadurch aus, dass Aktivitäten eingeschränkt oder das Wachstum verlangsamt wird. Die Betroffenen sind dann anfällig für Krankheiten, dauernd müde oder unkonzentriert. Kinder werden teilnahmslos, Mütter gebären untergewichtige Kinder. Chronisch Hungernden fehlt deshalb oft die Energie sich selbst aus Armut und Unterernährung zu befreien.
Hunger halbieren
Das Millenniumsziel der Vereinten Nationen (UN), den Anteil der Hungernden gegenüber 1990 bis zum Jahr 2015 zu halbieren, wird in Südasien möglicherweise erreicht, in Afrika sicher nicht. Dennoch hofft die FAO, dass ein geringeres Bevölkerungswachstum sowie höhere Produktivität und Einkommen Erfolge im Kampf gegen den Hunger bringen werden. Die offiziellen Prognosen der vergangenen Jahre haben sich immer als viel zu optimistisch erwiesen.
