Haiti - Länderinformationen

Kommunale Wasserstelle im Projektgebiet. © DWHH
Der karibische Inselstaat Haiti ist mit seinen zehn Millionen Einwohnern das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre. 80 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, 75 Prozent aller Kinder leiden unter chronischer Unterernährung. Eine unzureichende Trinkwasserversorgung und fehlende sanitäre Einrichtungen setzen die Bevölkerung einem hohen Gesundheitsrisiko aus. Die ärztliche Versorgung ist völlig unzureichend: Ein Arzt ist für 7.000 Menschen zuständig.

Verkauf von eigenen
landwirtschaftlichen
Erzeugnissen. © DWHHFaktoren der Armut
Ungefähr zwei Drittel der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft und bewirtschaften die Nutzflächen für den Eigenbedarf. Die Ernten decken wegen der starken Erosion des Landes - über 99 Prozent der Fläche ist abgeholzt - diesen Bedarf nur unzureichend. Deshalb müssen 80 Prozent der benötigten Grundnahrungsmittel zu überteuerten Preisen eingeführt werden. Die schlechte Wirtschaftslage, niedriges Einkommen, hohe Inflation und mangelhaftes Bildungssystem begründen die Armut Haitis. Naturkatastrophen wie lange Dürreperioden oder schwere Überschwemmungen fügen der unter Armut leidenden Bevölkerung immer wieder schwere wirtschaftliche Schäden zu.
Politisch instabil
Doch nicht nur die wirtschaftliche Lage, sondern auch die politische Instabilität sorgen für ein Klima der Unsicherheit und Angst. Nach langen Unruhen und der Zwangsexilierung von Jean-Bertrand Aristide wurden etwa 10.000 Blauhelm- Soldaten in Haiti stationiert. Mit ihrem Mandat sollen sie die Befriedung des Landes und die Einhaltung von Menscherechten sichern und einen Weg zu demokratischen Wahlen unterstützen.

