
Im Januar 2010 erschütterte ein verheerendes Erdbeben den Karibikstaat Haiti. Im Oktober desselben Jahres drohte die nächste Katastrophe. Mehrer als 6.000 Menschen starben bereits an der ausgebrochenen Cholera und über 60.000 Haitianer sind in Krankenhäusern behandelt worden.
Um einer landesweiten Epidemie entgegenzuwirken, begannen die Welthungerhilfe und ihre Partnerorganisationen in Haiti sogleich mit Vorsorgemaßnahmen. Neben der Aufklärung über Hygienemaßnahmen zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos verteilten die Mitarbeiter der Welthungerhilfe Pakete mit Wasserkanistern, Trinklösungen gegen Dehydrierung, Seifen, Wasserbeutel und Desinfektionstabletten. Brunnen wurden gereinigt, Entwässerungskanäle ausgehoben und mit einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage dafür gesorgt, dass bis zu 4.000 Liter sauberes Wasser stündlich produziert werden können. Krankenhäuser und vor allem entlegenere Gesundheitsstationen wurden mit Medikamenten und medizinischer Ausstattung unterstützt. In Schulen wurden Sanitär- und Handwaschanlagen gebaut oder repariert. Durch die Ausbildung mobiler Cholera-Brigaden erfuhr die Bevölkerung , wie sie sich gegen die Krankheit schützen kann und was im Falle einer Infektion zu tun ist.
Noch immer leben rund 1,3 Millionen Menschen in provisorischen Unterkünften und sind Wind und Regen ausgeliefert. Doch die Instandsetzung beschädigter Häuser und der Neubau von Häusern, die Erdbeben und Wirbelstürmen standhalten können, schreitet voran. Da das Erdbeben zahlreiche Schulgebäude zerstörte, werden acht Schulen wieder aufgebaut.
Auch andere öffentliche Infrastruktur, wie z.B. ein Markt und Zufahrtsstraßen in die Städte, befinden sich im Wiederaufbau. Lokale Katastrophenschutz-Einheiten sind gegründet und ausgestattet worden. Sie werden in Trainings für den Ernstfall gewappnet und besser untereinander und mit Katastrophenschutz-Einheiten auf regionaler und nationaler Ebene vernetzt.
Der Neuanfang in Haiti ist schon ein Stück vorangekommen - doch es wird noch lange dauern, bis so etwas wie Normalität auf dem schon zuvor völlig verarmten Inselstaat einkehrt. Die Welthungerhilfe wird den Menschen in Haiti weiterhin zur Seite stehen. Der Plan der Welthungerhilfe sieht nach der Soforthilfe Maßnahmen für die langfristige Entwicklung vor. Damit die Menschen so schnell wie möglich eine eigenständige Rolle bei der Gestaltung ihrer Zukunft übernehmen können.


