Aktuelle Situation in Haiti

Eines der Gesundheitszentren zur Bekämpfung
der Cholera. © HerzauIm Oktober 2010 ist in Haiti die Cholera ausgebrochen. Der Epidemie sind bislang mehr als 2000 Menschen zum Opfer gefallen und über 50.000 wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Die Zahl der Erkrankungen steigt weiter, doch inzwischen sterben weniger Menschen an der Krankheit, die Sterblichkeitsrate ist gesunken. Die Dunkelziffer der Infizierten könnte aber weitaus höher liegen – die Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass die Zahl der Erkrankungen doppelt so hoch sein könnte.
Die Unruhen nach der Wahl haben dazu geführt, dass in mehreren Teilen des Landes äußerste schlechte sanitäre und hygienische Verhältnisse herrschen: Demonstranten haben mobile Toiletten und Abfallbehälter umgestürzt, Exkremente und Müll sickern in Flüsse und Abwasserkanäle. Die Cholera breitet sich derzeit weiter aus. Die Welthungerhilfe wird sich beim Kampf gegen die Cholera auf die Vorbeugung konzentrieren.
(a) Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung. Bei diesen Kampagnen klären Mitarbeiter der Welthungerhilfe die lokale Bevölkerung über Symptome, Risiken und Vermeidungsstrategien auf.
(b) Unterstützung der medizinischen Einrichtungen, insbesondere in den ländlichen Gebieten, in denen die Welthungerhilfe seit Jahren tätig ist.
(c) Vorbereitungen, um den explosionsartigen Ausbruch von Cholera in den Projektgebieten zu verhindern: für die Bevölkerung wird unter anderem der Zugang zu sauberem Wasser und Trinkwasser sichergestellt

Dieser Tanklaster wird die
Menschen mit sauberem
Trinkwasser versorgen. ©
HerzauAktivitäten der Welthungerhilfe gegen die Cholera
- Die Welthungerhilfe unterstützt mehr als 1.500 kubanische Ärzte und Krankenschwestern, die landesweit fast 50 medizinische Zentren zur Behandlung von Cholerapatienten aufgebaut haben. Damit diese Gesundheitszentren sauberes Wasser haben, liefert die Welthungerhilfe ihnen Trinkwasseranlagen. Außerdem werden Betten, Spritzen und Infusionslösungen geliefert.
- In Jacmel, im Süden des Landes, bekommen neun Schulen im ländlichen Bereich bis Februar Chlorox, damit sie die Klassenräume, Sanitäranlagen und Wasserbehälter täglich reinigen zu können. Im gleichen Gebiet erhielten 850 Familien Tabletten zur Reinigung ihres Wassers.
- Im Norden wurden besonders Kleinbauern und Flüchtlinge aus Port-au-Prince unterstützt. 4.000 Familien bekamen Chlorox und Seife, um für die kommenden sechs Wochen eine ausreichenden Schutz gegen die Bakterien zu haben.
- Um auch den staatlichen Gesundheitsstationen in den ländlichen Gebieten zu helfen, wurden 50 Cholera Kits verteilt, damit die Erkrankten dort eine erste Versorgung bekommen. Darin enthalten sind Wasserkanister, Tabletten gegen Dehydrierung, Seifen, Wasserbeutel und Desinfektionstabletten.
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