Überschwemmungen in Haiti treffen die ärmste Region der Insel

Der Fluss Rivière de Jean Rabel hat sich
in einen reißenden Strom verwandelt. © WHH
Tagelanger, ungewöhnlich heftiger Regen hat im Nordwesten von Haiti den Fluss Riviére de Jean Rabel über die Ufer treten lassen. Den Stadtteil Bord de Mer der Kleinstadt Jean Rabel haben die Wassermassen förmlich ausradiert. Die Fluten rissen Häuser, Straßen und Brücken mit. Unmittelbar nach der Überflutung mussten rund 15.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Der Fluss reißt Häuser und
Brücken mit sich. © WHHWasser und Nahrung
Ein Teil der Bevölkerung konnte in höher gelegenen Stadtteilen in Sicherheit gebracht werden. Durch die meterhoch in die Häuser eingedrungenen Schlamm- und Wassermassen haben viele Familien in Jean Rabel und umliegenden Siedlungen ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Der Bevölkerung von Jean Rabel fehlt es vor allem an sauberem Trinkwasser, da die Anlagen für die Trinkwasseraufbereitung zerstört wurden. Die Welthungerhilfe verteilt bereits Wasserspender an die Betroffenen, sowie dringend benötigte Nahrungsmittel wie Reis, Bohnen, Salz und Öl. Für die Soforthilfe stehen der Welthungerhilfe insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung, rund 40.00 Euro davon werden über das Auswärtige Amnt gestellt.

Die Menschen auf Haiti
sind bitterarm. © DWHHSehr arme Region
Die Region zählt zu den ärmsten des ohnehin sehr armen Haiti. 90 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Das bedeutet, sie haben weniger als einen Dollar am Tag zur Verfügung. Von den Überschwemmungen sind auch laufende Projektarbeiten der Welthungerhilfe betroffen – Bewässerungskanäle, Trinkwasserleitungen und Zufahrtswege wurden stark beschädigt. Die Wettervorhersagen kündigen weitere Regenfälle an, eine Änderung der Wetterlage ist vorerst nicht in Sicht.
(Stand: 5.Dezember 2006)
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Karte von Haiti mit eingezeichneter Lage des Überschwemmungs- gebiets
Die Arbeit der Welthungerhilfe in Haiti
Die Welthungerhilfe arbeitet seit 1974 in Haiti. Seither hat sie dort 112 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 57,2 Mio. Euro durchgeführt. Die Projektstandorte sind Jean Rabel und Cap Haitien. Schwerpunkte der Arbeit: Landwirtschaft / Ernährungssicherung, insbesondere Bewässerung, Trinkwasser, Ressourcenschutz und –management sowie Verbesserung der ländlichen Infrastruktur.
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