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Haiti - Leid und Verwüstung nach Hurrikan Matthew

Haiti nach Hurrikan Matthew

750.000 Menschen sind auf Hilfe angewiesen - Welthungerhilfe steht Haitianern bei

Am 4. Oktober 2016 fegte Hurrikan Matthew über Haiti hinweg. Im Vorfeld war vielerorts vor dem Wirbelsturm gewarnt worden. Dennoch haben etliche Menschen seine zerstörerische Kraft unterschätzt. Die, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit brachten, erlebten ein Inferno oder verloren ihr Leben. Matthew riss Bäume aus, wirbelte Dächer davon, schleuderte Menschen und Tiere durch die Luft. Auf ihn folgten sintflutartigen Regenfälle, die ganze Landstriche überschwemmten.

Auf Haiti - wie hier im Department Nippes - hat Matthew Bäume entwurzelt und Häuser abgedeckt.
Auf Haiti - wie hier im Department Nippes - hat Matthew Bäume entwurzelt und Häuser abgedeckt.
Die Welthungerhilfe verteilt warmes Essen an die Opfer.
Die Welthungerhilfe verteilt warmes Essen an die Opfer.

Nach dem Sturm: Erschütternde Bilanz

Matthews erschütternde, vorläufige Bilanz: Etwa 1,5 Millionen Haitianer sind betroffen, hunderte Menschen starben, mehr als 200.000 Häuser sind beschädigt, 6.000 völlig zerstört, Straßen, Brücken und Schulen demoliert. Allein im Süden und Südwesten des Inselstaates bis zu 80 Prozent der Ernten vernichtet. Rund 750.000 Haitianer sind auf Hilfe angewiesen. Das ganze Ausmaß ist noch nicht absehbar, da viele Gebiete noch nicht zugänglich sind.

Schon bevor Matthew die Karibikhalbinsel heimsuchte, ging es Haiti nicht gut: Es gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und hat sich von den Folgen des schweren Erdbebens in 2010 noch nicht erholt. 2015 war mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterernährt. Vor allem die Landbevölkerung leidet unter Hunger und Armut, die Ernteerträge reichen nicht zum Leben aus. Trinkwasser ist knapp und die Menschen haben keine Rücklagen, um Notsituationen zu bewältigen. Zu allem Übel haben die Intervalle und Heftigkeit von Wirbelstürmen, Überschwemmungen, Erdrutschen und ausgedehnten Dürren in den letzten Jahrzehnten zugenommen.

100.000 Euro Soforthilfe für besonders betroffene Regionen

In der aktuellen Notsituation stellte die Welthungerhilfe 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung und versorgt Menschen in den besonders betroffenen Regionen im südwestlichen Bezirk Nippes und im nordwestlichen Jean Rabel. Hilfsgüter wie Nahrungsmittel, Decken, Planen, Moskitonetze, Wasser, Seife und Wasseraufbereitungstabletten werden verteilt. Viele der obdachlos gewordenen Menschen sind in Notunterkünften wie Schulen, Lagerhäusern und Kirchen untergebracht — Gebäude, die dank ihrer stabileren Bauweise dem Wirbelsturm standhielten.

Welthungerhilfe-Mitarbeiter Thomas Rommel, der die Verteilungen im Bezirk Nippes begleitet, schildert seine Eindrücke aus einer Notunterkunft in einer Kirche: „Die Bankreihen sind voll besetzt mit Menschen, die ihr Heim oder das Dach über dem Kopf verloren haben. Ihre Felder sind verwüstet, ihr Vieh ertrunken oder von Trümmern erschlagen, ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Sie haben Hunger und sind dankbar für das Essen, das zahl-reiche Helferinnen und Helfer zubereiten aus den Hilfspaketen mit Reis, Bohnen und Fisch, die an die Notunterkünfte verteilt wurden.“

Weitere Cholera-Ausbrüche verhindern

Von ersten Cholera-Fällen wurde berichtet, denn vor allem in den Städten haben die hereinbrechenden Wassermassen auch den Inhalt der Latrinen mit davongetragen. Um den weiteren Ausbruch von Krankheiten zu verhindern, ist es umso wichtiger, möglichst viele Familien mit sauberem Wasser, Wasseraufbereitungstabletten sowie Hygieneartikeln zu versorgen.

Auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln für die nächsten Monate ist ernstlich gefährdet. Zu dieser Jahreszeit wird normalerweise die Ernte eingebracht und die Aussaat für die nächste Saison vorbereitet. Doch die meisten Felder sind verwüstet, Saatgut ging verloren. Vor allem der Ausfall von Kochbananen, einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel, trifft die Bevölkerung hart.

Die Welthungerhilfe wird ihre Hilfsmaßnahmen ausweiten und bittet um weitere Spenden.