Burundi: Landwirtschaftliche Entwicklung fördern
In Burundi leben nach Angaben der UN 90 Prozent der Bevölkerung in absoluter Armut. Wiederkehrende Dürren, begrenzte Anbauflächen und ein hohes Bevölkerungswachstum verschärfen die Situation. Hunger und Armut sind auch Folgen der langjährigen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Rebellentruppen. Diese haben das ostafrikanische Land zerstört und Hunderttausende das Leben gekostet. Die Ernährung der Bevölkerung zu verbessern und den schwierigen Wiederaufbau zu bewältigen sind zentrale Aufgaben für die Zukunft.

Bewässerungsgraben für die
Felder. © HäberleFür eine höhere Produktion
In den nördlichen Provinzen Kirundo und Muyenga unterstützt die Welthungerhilfe etwa 500.00 Menschen dabei, ihre landwirtschaftliche Produktion zu verbessern. Erste Erfolge wurden bereits erzielt: Talauen, die vorher kaum genutzt wurden, sind nun erschlossen und Bewässerungsanlagen wurden gebaut. Die Welthungerhilfe hat Ziegen an die Landbevölkerung verteilt, die Produktion von Saatgut erhöht und den Anbau von Pflanzen für Forstwirtschaft und Erosionsschutz gefördert, die auch an trockenen Standorten gedeihen. Diese Erfolge werden nun auf weitere Gemeinden ausgeweitet.

Schild am Straßenrand in
Burundi: "Alle zusammen
können wir den Frieden
erreichen". © HaeberleVersöhnung der ehemaligen Gegner
Die Welthungerhilfe unterstützt außerdem die früheren KriegsgegnerInnen, Opfer und Täter dabei, friedlich zusammenzuleben. Dabei spielen die Versöhnungszentren eine bedeutende Rolle, wo Probleme besprochen und gewaltfrei gelöst werden. Bäuerinnen und Bauern können an Ernährungs- und Gesundheitsberatungen teilnehmen. Auch für Sport, Spiel und Theateraufführungen ist Raum. Zum friedlichen Miteinander tragen vor allem die Dorfberatungs- und Streitschlichtungsdienste bei.

Mittagessen für Schulkinder
in Burundi. © HaeberleSpezielle Förderung von Frauen
Insbesondere Frauen werden speziell ausgebildet. So erhalten sie eine Chance, ihre traditionell benachteiligte gesellschaftliche Stellung zu verbessern und Anerkennung in den Gemeinden zu finden. Auch beim Betrieb von Schulkantinen sind sie besonders aktiv. Die Einführung einer Mittagsmahlzeit an Grundschulen in Gemeinden der Projektregion ist ein Anreiz für den Schulbesuch. Besonders für Mädchen, die sonst eher zuhause Arbeiten verrichten müssen.
Langfristig Alternativen zur Landwirtschaft finden
Da die Ressourcen auf dem Land immer knapper werden, müssen sich die Landwirte langfristig alternative Einkommensmöglichkeiten erschließen. Die Weiterverarbeitung und Vermarktung der Erzeugnisse oder das Angebot von Dienstleistungen sind mögliche Wege aus der Abhängigkeit von der Landwirtschaft. Die Welthungerhilfe fördert die Menschen bei den ersten Schritten einer erfolgreichen Existenzgründung, wie zum Beispiel der Eröffnung eines kleinen Frisörsalons.
Ausbesserung der Straßen
Die im Bürgerkrieg zerstörten Straßen und Wege setzen die BewohnerInnen der Gemeinden selbst instand. Für ihre Arbeit erhalten die Gemeindemitglieder neben der fachlichen Beratung auch Lebensmittel als Lohn, um die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken.
Damit die Hilfe zur Selbsthilfe dauerhaft greift, stimmt die Welthungerhilfe die Maßnahmen in Landwirtschaft, Aufforstung und Konfliktbearbeitung eng mit den kommunalen und Provinzverwaltungen ab und führt Beratungen und Trainingskurse durch. Unterernährung und gewaltsam ausgetragene Konflikte sollen künftig der Vergangenheit angehören.
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Euro
Welthunger-Index 2009: Burundi
Mehr zum Welthunger-Index 2009
Projektnummer
BDI 1010-07
Projektdauer
- 2007 bis 2013
Projektorte
- Provinzen Kirundo und Muyinga
Schwerpunkte
- Landwirtschaft
- Ernährungssicherung
- Friedensentwicklung
Finanzierung
- BMZ
Weitere Informationen
Projektevaluation: Ernährungssicherung und Friedensentwicklung in Nordburundi (2007)
"Mit der weiteren Frau kam Streit in die Familie" - illegale Polygamie in Burundi

