Hilfsprojekte in Myanmar
Wiederaufbau für Nargis-Opfer in Rangun und im Irrawaddy Delta

Der Wiederaufbau der Häuser war eine der
ersten Aufgaben, bei denen die Welthungerhilfe
die Nargis-Opfer unterstützte. Am 2. Mai 2008 verwüstete der Wirbelsturm Nargis das Irrawaddy Delta und weitere Küstengebiete in Myanmar. Erst einige Wochen später wurde das volle Ausmaß der Katastrophe deutlich: Der Zyklon forderte 140.000 Todesopfer. Die UN schätzt die Zahl der Betroffenen auf insgesamt 2,4 Millionen Menschen, davon leben 1,4 Millionen Menschen in dem am stärksten betroffenen Irrawaddy Delta. Der Sachschaden wird auf 10 Milliarden Dollar beziffert. Mehr als 660.000 Häuser wurden beschädigt oder vollständig zerstört.
Vor allem in entlegeneren Gebieten waren die Märkte kaum mehr funktionsfähig und Grundgüter waren nur eingeschränkt vorhanden. Dies führte zu enormen Preissteigerungen. So hatte sich der Preis für Grundnahrungsmittel wie Reis in den ersten Wochen nach der Katastrophe verdoppelt. Nach Schätzungen der Welthungerhilfe waren in den betroffenen Gebieten insgesamt 924.000 Menschen auf Nahrungsmittelhilfe bis zur ersten Ernte im November 2008 angewiesen.

Welthungerhilfe Mitarbeiter
während der Bootsfahrt ins
Irrawaddy Delta.
Schnelle Reaktion in größter Not
Die Welthungerhilfe war eine der ersten Hilfsorganisationen, die bereits kurz nach der Katastrophe Nothilfe leisten konnte. Lokale Mitarbeiter verteilten in den ersten Wochen nach Nargis Hilfspakete an mehr als 50.000 Bedürftige. Die Versorgung der Menschen erfolgte unter schwersten Bedingungen. Da die Straßen nicht passierbar waren, mussten die Hilfslieferungen mit Booten ins Irrawaddy Delta geschafft werden.
Außer Lebensmitteln erhielten die Betroffenen auch Schlafmatten, Decken, Kleidung, Kochutensilien und Hygienesets. Planen wurden ebenfalls verteilt, damit sich die Menschen gegen den Monsun-Regen schützen und Trinkwasser sammeln konnten.

Welthungerhilfe stellt den
Menschen Notunterkünfte
zur Verfügung. Hilfe für ein Leben nach der Katastrophe
Die Nahrungsmittellieferungen waren noch in vollem Gange, da begann die Welthungerhilfe schon mit langfristigen Maßnahmen. Viele Menschen hatten alles verloren, was sie vor der Katastrophe besaßen. Die Welthungerhilfe verteilte Werkzeugkits, damit die Betroffenen ihre Häuser wiederaufbauen konnten. Für mehr als 1000 Familien wurden einfache Bambushäuser angefertigt und 1850 Familien erhielten Material für den Hausbau.
Zudem wurden Straßen, Schulen und Krankenhäuser repariert oder erneuert. Im Irrawaddy-Delta hat die Welthungerhilfe bis zum Beginn des Schuljahres 2009 sieben solide Grundschulen errichtet, die auch als Katastrophenschutzräume dienen. Weitere acht Schulen befinden sich zur Zeit in Bau.

Neue Netze zum Fischen
werden geknüpft, alte
repariert.Unterstützung für Bauern und Fischer
Ende April 2009 hat die Welthungerhilfe die Nahrungsmittelhilfe eingestellt. Doch sie versorgt weiterhin Bauern mit Saatgut, Dünger und landwirtschaftlichen Geräten. Gemeindemitglieder haben sich in Nutzungsgemeinschaften zusammengeschlossen und werden in der Tierhaltung fortgebildet. Fischer erhalten Angeln, Netze, Werkzeug und Material zur Weiterverarbeitung der Fische.
Wasserversorgung und Hygiene verbessern
Auch in den Bereichen Wasser und Hygiene unterstützt die Welthungerhilfe die Bevölkerung: Süßwasserteiche werden angelegt und gepflegt und einfache Wasserfilter eingeführt. Regenwasserauffanganlagen und Latrinen werden gebaut und die Menschen in Hygiene-Fragen beraten.

Handtraktoren ersetzen die
im Wirbelsturm verstorbenen
Zugtiere im Reisanbau Vor Katastrophen schützen
Damit sich die Bewohner des Irrawaddy-Deltas besser vor kommenden Katastrophen schützen können, fördert die Welthungerhilfe die Verbesserung des Informationsflusses: Jetzt informieren Radio-Sprecher die Dorfbevölkerung sofort über Sturmwarnungen. Gemeinsam mit den Bewohnern wurden Karten gezeichnet, die sturm- und flutsichere Standorte im Dorf ausweisen. Auch das Anlegen von Notrationen an sicheren Orten gehört zum Katastrophenschutzprogramm der Welthungerhilfe.
Alle Maßnahmen der Welthungerhilfe zielen auf Hilfe zur Selbsthilfe ab: Sie sichern nicht nur das unmittelbare Überleben der Betroffenen, sondern langfristig das regelmäßige Einkommen.
Online spenden
Bitte helfen Sie den Opfern des Sturms in Myanmar mit einer Spende.
(Überschüssige Spendenbeiträge werden auch in anderen Nothilfe-Projekten der Welthungerhilfe eingesetzt.)
Projektnummern
MMR 1044, 1048, 1054, 1056, 1057, 1058
Projektdauer
- Mai 2008 bis August 2011
Projektgebiete
- Landkreis Htan Tabin bei Rangun (MMR 1033, bis 11/2008)
- Landkreis Bogale im Irrawaddy Delta (alle anderen Projekte)
Schwerpunkte
- Humanitäre Hilfe für Opfer des Wirbelsturms Nargis
- Landwirtschaft und einkommenschaffende Maßnahmen
- Wiederaufbau sozialer Infrastruktur
- Trinkwasserversorgung und Hygieneverbesserung
- Katastrophenvorsorge
Finanzierung
- Auswärtiges Amt (MMR1032)
- Europäische Union (MMR 1035, MMR 1044, MMR 1057)
- Concern (MMR 1037)
- Welternährungsprogramm (MMR 1038, MMR 1055)
- OFDA (MMR 1039)
- FAO (MMR 1040, MMR 1056)
- BMZ (MMR 1041, MMR 1048)
- DFID (MMR 1042)
- UNHCR (MMR 1043, MMR 1047)
Partnerorganisationen
- ACTED und CESVI (MMR 1039)
- ACTED, CESVI und GRET (MMR 1042)
Welthungerhilfe in Myanmar
Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar tätig. Schwerpunkte der Arbeit sind die Ernährungssicherung, Armutsreduzierung, Wasserversorgung, Basisinfrastruktur und Nahrungsmittelhilfe. Hauptsächlich ist sie im Nordosten des Landes, in Außenbezirken von Rangun und im Irrawaddy-Delta tätig.
Hilfsprojekt in Myanmar
Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Metta Development unterstützt die Welthungerhilfe seit Juni 2005 im Shan State rund 1.000 besonders bedürftige Familien. In der Mehrheit sind es Menschen, die den ethnischen Minderheiten der Wa, Lahu und Kachin angehören.
Hilfsprojekt in Myanmar: Gegen Drogen - für eine bessere Ernährung
Hilfsprojekt in Myanmar: Humanitäre Hilfe für Nargis-Opfer in Rangun und im Irrawaddy Delta
Länderinformationen über Myanmar
Weitere Informationen
Zwei Monate nach Zyklon "Nargis" - Von zerstörten Dörfern und Menschen mit großem Lebensmut
Myanmar/Birma: Anderthalb Monate nach "Nargis" - Nothilfe und Wiederaufbau (Juni 2008)
Zwei Wochen nach "Nargis": Links und rechts der Ufer - Bilder der Zerstörung (21.05.2008)
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Weitere Informationen
Besorgnis über Lage in Myanmar: Solidarität mit der armen Bevölkerung in Myanmar (18.10.2007)
