Sri Lanka: "Agenten des Wandels" für den Frieden

Schülerinnen vor einem Graffiti, das den Bürgerkrieg und die Friedenshoffnung thematisiert. © Lohnes

26 Jahre lang herrschte in Sri Lanka ein blutiger Konflikt zwischen der singhalesisch dominierten Landesregierung und den tamilischen "Liberation Tigers of Tamil Eelam"  (LTTE). Bis zum Mai 2009 hatte die Regierungsarmee alle von den Rebellen kontrollierten Gebiete zurückerobert und der Bürgerkrieg wurde beendet. Doch die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen haben ein zutiefst zerrüttetes Land hinterlassen. 

 

Welche Perspektive die drei Jungen nach der Schulzeit haben, ist ungewiss. © Grossmann
Welche Perspektive die Jun-
gen nach der Schule haben,
ist ungewiss. © Grossmann
"No Future" für die junge Generation?

Besonders junge Menschen leiden an psychologischen Traumata, Arbeitslosigkeit und mangelnden Zukunftsperspektiven. Eine brisante Mischung, die eine Radikalisierung und Gewaltbereitschaft nach sich zieht. Für sie besteht keine Möglichkeiten der Beteiligung an Planungs- und Entscheidungsprozessen. Resultat ist eine hoch polarisierte und politisierte Gesellschaft mit einer Vielzahl von Konfliktlinien. Mechanismen für eine gewaltfreie Konfliktbearbeitung auf der Dorfebene fehlen völlig. Genau hier setzt die Welthungerhilfe an.
Denn gerade die jungen Menschen sind wichtig für das friedliche Zusammenleben von Singhalesen, Tamilen und Muslimen im Land.

 
Harsha Navaratne, Vorsitzender von Sewalanka. © Grossmann
Harsha Navaratne, Vor-
sitzender von Sewalanka.
© Grossmann
Friedensnetzwerke als "Agenten des Wandels"

Die Welthungerhilfe und ihre lokale Partnerorganisation "Sewalanka Foundation" unterstützen in 20 Gemeinden die Bildung von Friedensnetzwerken. VertreterInnen dieser Friedensallianzen, so genannte Agenten des Wandels, sollen in ihren Gemeinden Prozesse zur Konfliktbearbeitung etablieren. Um dies zu erreichen, bilden die beiden Hilfsorganisationen ausgewählte junge Erwachsene junge singhalesische, tamilische und muslimische Frauen und Männer aus, die bereits eine Führungsrolle übernommen haben.

Um Erfolg und Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten, werden zusätzlich lokale Schlüsselpersonen wie religiöse Führer und Dorfbeamte in den Bereichen Konfliktbearbeitung und Demokratieförderung gestärkt. Sewalanka Foundation richtet außerdem einen Sozialfond ein, der lokale Initiativen längerfristig unterstützen soll. Das Projekt zielt darauf ab, das Vertrauen in Gewaltfreiheit und Dialog und die Veränderung tief verwurzelter Denkmuster zu stärken. So kann auf lange Sicht der Erfolg in der Armutsbekämpfung gesteigert werden.

Letzte Änderung an dieser Seite: 27.05.2010
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