Wiederansiedlung von Inlandflüchtlingen in Norduganda

 

Verteilung von Hilfsgütern. © DWHH
Verteilung von Hilfsgütern. © WHH
Seit über 20 Jahren leidet Norduganda unter dem gewaltsamen Konflikt zwischen der „Lord’s Resistance Army (LRA)“ und der ugandischen Armee. Bis Ende 2005 lebte ein großer Teil der Bevölkerung dieser Region in den rund 250 Vertriebenenlagern, die von der Regierung zum Schutz der Menschen eingerichtet worden sind. Seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens Mitte 2006 sind immer mehr Menschen dazu bereit, die Flüchtlingslager zu verlassen und in ihre Dörfer zurückzukehren. Während die Rückkehr in die nördlichen Distrikte eher schleppend vorangeht, ist in den südlichen Distrikten Nordugandas, in denen die Welthungerhilfe tätig ist, das letzte Flüchtlingslager im Mai 2008 offiziell aufgelöst worden.

 

Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. © DWHH
Wiederaufbau der zerstörten
Infrastruktur. © WHH
Welthungerhilfe in Uganda

Die Welthungerhilfe ist bereits seit 1980 in Uganda und seit 2003 im Norden des Landes tätig. Zunächst leistete sie in der Konfliktregion hauptsächlich Nothilfe. Seit August 2007 unterstützt sie in den Distrikten Lira und Dokolo Rückkehrer aus den Flüchtlingslagern bei der Wiedereingliederung. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Bevölkerung auf dem Land zu verbessern. Insgesamt 12.500 Haushalte profitieren vom Engagement der Wetthungerhilfe.

Wie hilft die Welthungerhilfe ganz konkret?

Nach der Heimkehr in ihre Dörfer wurden die Menschen zunächst einmal mit dem Nötigsten für den Neuanfang versorgt: Die Welthungerhilfe verteilte Saatgut, landwirtschaftliche Geräte, Werkzeug und Haushaltsgegenstände. Seit das unmittelbare Überleben der Zurückgekehrten gesichert ist, wird der Wiederaufbau in Angriff genommen.  So werden zur Gewährleistung der Trinkwasserversorgung, alte Brunnen instand gesetzt und neue Brunnen gebaut.

 

Nach dem Leitbild der Hilfe zur Selbsthilfe konzentriert sich die Welthungerhilfe besonders auf die Stärkung der wirtschaftlichen Aktivitäten der EinwohnerInnen. Sie verteilt Ochsengespanne an Bauern und fördert die Weiterverarbeitung und Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte. Männer und Frauen können sich am Straßenbau beteiligen und erhalten dafür den regional üblichen Lohn. In Schulungen können sich die BewohnerInnen Liras in den Bereichen Landwirtschaft, Hygiene und Gesundheit weiterbilden. Auch für das friedliche Zusammenleben engagiert sich die Welthungerhilfe: Lokale AkteurInnen können in Seminaren und Workshops Methoden der lokalen Konfliktlösung erlernen und als zukünftige SchlichterInnen helfen, Versöhnung und Integration zu fördern.

 

Jugendkonferenz 2007. © DWHH
Jugendkonferenz 2007.
© DWHH
Besondere Berücksichtigung von Jugendlichen

Die Welthungerhilfe fördert ganz besonders die jungen Menschen in Lira und Dokolo. Über 50 Prozent der Vertriebenen in den Lagern waren unter 18 Jahren alt. Etwa ein Drittel von ihnen sind AnalphabetInnen, die meisten sind Mädchen. Das Leben in den Lagern hat verhindert, dass sie notwendige Fertigkeiten vor allem im landwirtschaftlichen Bereich erlernen. Eigeninitiative konnte dort kaum entwickelt werden. Die Jugendlichen stellen ein wichtiges Entwicklungspotential für die Region dar. Sie bergen jedoch auch ein hohes Konfliktpotential, da sie bisher keine Zeiten des Friedens erleben konnten. Um ihnen eine Perspektive zu eröffnen, werden sie in Maßahmen zum Wiederaufbau der Infrastruktur integriert. Für ihre Arbeit werden die Jugendlichen von der Welthungerhilfe bezahlt. Auch über die berufliche Förderung hinaus kümmert sich die Hilfsorganisation um die jungen Leute: So werden Jugendkongresse veranstaltet, bei denen die Jugendlichen über ihre Rolle und ihren Beitrag zum Friedens- und Entwicklungsprozess diskutieren können.

Letzte Änderung an dieser Seite: 21.10.2009

Welthunger-Index 2009: Uganda

14.8 kritisch
wenig Hungergravierend

Mehr zum Welthunger-Index 2009

Nord-Uganda-Konflikt

Seit 1986 schon dauern die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Lord Resistance Army (LRA) unter der Führung von Joseph Kony und der ugandischen Armee an. Seitdem wurde fast die gesamte Bevölkerung der ländlichen Gebiete in Norduganda intern vertrieben. Kony steht für einen christlich-theokratischen Staat Uganda auf der Basis der Bibel und den Zehn Geboten. Welche Ziele er allerdings genau verfolgt  bleibt unklar.

Friedensabkommen für Nord-Uganda durch Rebellenführer Kony "geplatzt" (24.04.2008)

Nichts für feine Nasen - in Ugandas Hauptstadt Kampala mangelt es an Toiletten und Trinkwasser

 

Projektnummer

UGA 1025-07und -08

Projektdauer

August 2007 bis 31. August 2010

Projektort

Distrikte Lira und Dokolo

Schwerpunkte

- Wiederansiedlung
- Aufbau der Infrastruktur (Straßen, Wasserversorgung)
- Förderung von Jugendlichen
- landwirtschaftliche Entwicklung
- Konfliktbearbeitung und Versöhnung

Finanzierung

BMZ

© Copyright 2009 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontakt